Diese Kompetenzen benötigt heute ein Pflegeinformatiker

Die Einrichtung einer Stabsstelle „Digitale Transformation in der Pflege“ und die Besetzung mit einem Pflegeinformatiker ist ein sinnvoller erster Schritt vor Digitalisierungsprojekten in der Pflege. Ausgebildete Pflegeinformatiker wird man in Deutschland sicher vergebens suchen. Pflegefachkräfte mit passenden Qualifizierungen findet man dann schon eher.

Doch was ist eigentlich die Pflegeinformatik?

Zum Begriff „Pflegeinformatik“ existieren viele Definitionen. Während im deutschsprachigen Raum die Pflegeinformatik als Anwendung der Informatik in der beruflichen Pflege von Menschen definiert wurde, existiert im englischen Sprachraum die Bezeichnung „nursing informatics“, die weit über diese Definition hinaus geht.

„[…]nursing informatics mehr, nämlich die Kombination von Informatik (computer science), Informationswissenschaft (information science) und Pflegewissenschaft (nursing science).“ (1989 Graves und Corcoran)

 

Diese Definition will zeigen, dass nursing informatics nicht nur der Einsatz von Informationstechnologien ist. Hier wird auch die Schnittmenge zur Informationswissenschaft und Pflegewissenschaft deutlich.

Für den europäischen Raum kann man Pflegeinformatik heute eher folgendermaßen definieren:

 

 

„Pflegeinformatik ist die Integration von Informations- und Pflegewissenschaft in die Gesundheits- und Krankenpflege mittels Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie ist Supportprozess der pflegerischen Tätigkeit und Ausbildung, sowie des Pflege-, Projekt-, Prozess- und Qualitätsmanagements in Gesundheitseinrichtungen.“ (H.Mania 2008)

Welche Kompetenzen sollte ein Pflegeinformatiker mitbringen bzw. erwerben?

Da in Deutschland kein direkter Studiengang „Pflegeinformatik“ an Hochschulen belegbar ist, müssen sich interessierte Pflegefachkräfte anderweitig qualifizieren. Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Kompetenzen ein Pflegeinformatiker in seinem Berufsalltag benötigt. Zusammenfassend muss ein Pflegeinformatiker die komplexen Beziehungen zwischen folgenden Elementen verstehen:

  • Daten, Informationen, Wissen und Weisheit
  • Pflegewissenschaft, Informationswissenschaft, Computerwissenschaft
  • Pflegefachkraft, Mensch, Gesundheit und Umwelt
  • Informationsstrukturen, Informationstechnologien, Informationsmanagement und Kommunikation von Informationen.

Zudem sollte ein Pflegeinformatiker über Kenntnisse bzw. Kompetenzen in folgenden Bereichen verfügen:

  • eHealth, mHealth und klinischer IT-Systeme bzw. IT-Infrastruktur inkl. Schnittstellenstandards, wie HL7, DICOM etc.
  • Usability und Software-Entwicklung
  • regulative Anforderungen für Medizinprodukte insbesondere Software als Medizinprodukt
  • Support und Training
  • Terminologien und Erlössicherung in der Pflege
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Technologie Lebenszyklus (Planung, Prozess- und Anforderungsanalyse, Spezifikation, Auswahl, Training, Anpassung, Einführung, Evaluierung, Risikomanagement und Betrieb)

Im nächsten Beitrag werden die Aufgabenfelder und Perspektiven für Pflegeinformatiker näher beleuchtet.

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Heiko Mania

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