Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Auch das Arbeitsumfeld der Pflegefachkräfte hat maßgebenden Einfluß auf einen erfolgreichen Technologieeinsatz für die Pflege. Nicht nur das in zwei Drittel der Kliniken keine Funknetzwerke zur Verfügung stehen. Auch die Belastung der Pflegefachkräfte mit Dokumentation, Organisation, Suche und Administration nimmt heute den größten Anteil an der täglichen Arbeit ein. Neuesten Untersuchungen zur Folge, führt die Pflege heute nur noch 20 – 40% ihrer Arbeitszeit Tätigkeiten am Patienten aus. Betrachtet man den Fachkräftemangel von aktuell schon 60.000 Pflegefachkräfte und dass eine Pflegekraft heute durchschnittlich 10 Patienten versorgt, wird klar, dass schon heute nicht genügend Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung steht. Und da wundert es nicht, wenn über die Hälfte der Pflegekräfte auf die Frage, welche Tätigkeiten sie bei Zeitnot auslassen würden, die Erstellung und Aktualisierung der Pflegeplanung angeben. Und so sieht auch die Realität in den meisten Kliniken aus. Eine wirkliche, für alle Patienten individuell erstellte Pflegeplanung findet man kaum irgendwo.

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Dafür finden sich allerdings viele, variable Versorgungsprozesse. So wechselt unter Umständen täglich die zuständige Pflegefachkraft, aber damit auch die Art, wie der Patient versorgt wird. Pfleger Jan unterstützt beim Waschen und Essen, Schwester Eva übernimmt dies komplett und Pflegerin Sophia meint, dass der Patient doch alles allein könnte. Spätestens am 3. Tag merkt dann auch der Patient, dass die versorgenden Pflegefachkräfte ohne Plan arbeiten. Dies senkt die Pflegequalität und Patientensicherheit und ist zudem noch teuer. Angemerkt sei jedoch, dass die meisten Pflegefachkräfte so sicher auch nicht arbeiten möchten, es fehlt aber an den richtigen, unterstützenden Werkzeugen und satt und sauber geht immer vor. Daher stellt die Pflege 4.0 mit den agilen Methoden der Lean-Nursing eine Chance dar, diesen Konflikt wirklich aufzulösen.

Pflege 4.0 – ein Reifegrad digitaler Prozesse und Technologien in der Pflege

Der Begriff der Pflege 4.0 wird derzeit in der „Gesundheitsszene“ im gleichen Atemzug mit der Medizin 4.0 und Gesundheit 4.0 genannt. Einige glauben, dass diese Begriffe an die deutsche Erfindung der Industrie 4.0 angelehnt sind und verstehen darunter das Industriezeitalter der Digitalisierung. In anderen Ländern orientiert man sich dabei aber eher am Web 4.0-Ansatz und leitet davon Parallelen für die Gesundheit 4.0 ab.

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Wir verstehen unter Pflege 4.0 einen Reifegrad für den Einsatz innovativer Technologien zur optimalen Unterstützung schlanker, pflegerischer Prozesse (Lean Nursing). Das NursIT Institute hat dafür die Methoden des Lean Hospital für die Pflege konsequent weitergedacht und digitale Werkzeuge und neue Methoden zur Unterstützung von Lean Nursing entwickelt. Diese Methodik optimiert und unterstützt pflegerische Workflows, durch die Verschlankung zugrunde liegender Prozesse und Bereitstellung unterstützender Softwaretools, wie beispielsweise die Pflege-Expertensoftware CareIT Pro. Die Software unterstützt dabei u.a. die Lean-Prinzipien der verschwendungsfreien Prozesse, Patientenorientierung, der bedarfsorientierten Leistungserbringung, sowie der Führung mittels Kennzahlen.

Im dritten Teil erhalten Sie einen Überblick zur Lean-Nursing-Methode.

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

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Heiko Mania

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