Pflegekrise und keine Pflegestrategie?

Täglich berichten die Medien nun über den immer stärker spürbaren Pflegefachkräftemangel. OPs werden verschoben und Stationen geschlossen. Selbst der „Tag der Händedesinfektion“ am 12.11.2017 wurde von vielen Kliniken vorzeitig abgebrochen, da eine korrekte Händedesinfektion ca. 2 Stunden pro Mitarbeiter und Schicht kosteten. Zeit die das Pflegepersonal nicht hat. Denn die geht ja bereits für bis zu 60% Dokumentationsaufwände, unstrukturierte Prozesse und die Versorgung von bis zu 13 Patienten pro Pflegefachkraft drauf. Und dennoch wird in über 70% der Einrichtungen noch mit Stift und Papier dokumentiert.

Wo ist die Pflegestrategie?

Bei all den dramatischen Meldungen sollte man doch meinen, dass die Entlastung der Pflegefachkräfte in allen Gesundheitseinrichtungen ganz oben in den Pflegestrategien stehen sollte. Aber da beginnt häufig schon das Drama. Eine Medizinstrategie haben viele Einrichtungen, aber eine Pflegestrategie? Als Eh-da-Ressource und Kostenfaktor wurde die Pflege lange nicht als wirklich systemrelevant bewertet. Jetzt ist es wichtiger denn je, dass die Gesundheitseinrichtungen die lang- und mittelfristigen Ziele, insbesondere im Sinne der Prozesssteuerung, der Digitalisierung und Qualifizierung festlegen. Diese sollten dann mit entsprechenden Maßnahmen, definierten Ressourcen und einer Kosten-Nutzen-Rechnung in eine Pflegestrategie eingehen. Mit einer solchen Strategie lassen sich schon künftige Entscheidungen (zu Pflegeangeboten und -konzepten) vorweg nehmen, sowie ein Rahmen bzw. eine Entscheidungsgrundlage für die Personal-, Budget- und Investitionsplanung definieren. Und das Wichtigste ist – die Pflegefachkräfte erhalten eine Transparenz zu den geplanten pflegerischen Zielen und Konzepten des jeweiligen Arbeitgebers. Nur so wird das Ziel der Reise klar und die Attraktivität des Arbeitsumfelds, sowie die Mitarbeiterbindung erhöht. Wer möchte schon bei einem Arbeitgeber arbeiten, der als Ziel eine befriedigende Pflege definiert? (Anmerkung: Habe ich bereits in einer Klinik gesagt bekommen)

Und wie ist es bei Ihnen? Gibt es in Ihrer Einrichtung eine Pflegestrategie? Bitte nehmen Sie an unserer Mini-Abstimmung unter diesem Link teil!

Die Pflege muss über ihre Werkzeuge entscheiden dürfen!

Nicht zuletzt sollte die Pflegestrategie auch die Vorgabe für alle Tertiärbereiche und natürlich auch die IT-Abteilung darstellen.  Erst damit lassen sich die pflegefachlichen Anforderungen an eine technologische Unterstützung gegen die realen Umsetzungen (z.B. im KIS) prüfen und notwendige Anpassungen oder Beschaffungen begründen. Damit können die häufig nicht zielführenden Diskussionen um „klinische Software nur aus einer Hand“ und „wir wollen keine Schnittstellen“ beendet werden und endlich echter Nutzen und Entlastung für die Pflegefachkräfte geschaffen werden. Und nicht nur die Aufwände lassen sich reduzieren, sondern auch die Kosten und Risiken. Und mit der richtigen Software (wie CareIT Pro) können die abrechnungsrelevanten Kennzahlen sogar automatisch generiert und so bisher unerreichte Erlöse gesichert werden.

Pflegestrategie und operative Themen sind zu trennen

Der Alltag des Pflegemanagements ist heute geprägt von vielen, kaum lösbaren, operativen Aufgaben. Und da wundert es einen kaum, dass der strategische Blick von den aktuellen Problemen getrübt wird. Hier allerdings auf Dauer nur von Situation zu Situation zu reagieren wäre falsch. Das NursIT Institute kann die notwendige Zeit und Expertise einbringen und gemeinsam mit dem Management eine Pflegestrategie für die nächsten 8 – 10 Jahre erstellen. Unser Angebot dazu finden Sie  hier.

 

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Heiko Mania

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