So bereiten Sie die Pflegefachkräfte auf die Digitalisierung vor

Die Digitalisierung in der Pflege wird kommen und das Arbeitsumfeld stark verändern. Das Management kann sich darauf vorbereiten und somit die Potentiale nutzen oder dies ignorieren und davon überrollt werden.

Innovative Technologien für die Pflege sind längst verfügbar und dennoch werden erst ca. 27% der deutschen Pflegekräfte digital unterstützt.
Viele Entscheider, Hersteller und auch Pflegefachkräfte glauben zudem, dass sie schon eine digitale Pflegedokumentation haben, nur weil digitale Formulare vorhanden sind. Die Pflegefachkräfte haben eigene und besondere Anforderungen an die digitale Unterstützung. Dazu sind die Erfahrungen der Pflege mit IT in den letzten Jahren, geprägt von Dokumentation für andere Berufsgruppen, eher negativ. Und da die Pflegeinformatik kein fester Ausbildungsbestandteil ist, sind die IT-Kompetenzen in der Pflege eher heterogen.

Wie also können die Pflegefachkräfte auf die digitale Transformation vorbereitet werden?

Das Thema digitale Transformation und die zugrundeliegenden Methoden und Technologien müssen ein Teil der pflegerischen Kompetenz und des Pflegealltags werden. Dies kann sicher nicht per Anweisung oder dem „Vorsetzen“ von IT-Lösungen erfolgen.
Hier ist eine Organisationsentwicklung und das Management gefragt. Die digitale Teilhabe der Pflege bedingt entsprechende Organisationsstrukturen und Kompetenzen in der Pflege.

Die Einrichtung einer Stabsstelle „Digitale Transformation in der Pflege“ und die Besetzung mit einem Pflegeinformatiker wäre hier ein sinnvoller erster Schritt. Dieser Pflegeinformatiker kann zum einem die Interessen und Anforderungen der Pflegefachkräfte in IT-Vorhaben und –Projekte vertreten und die pflegerischen Kollegen trainieren. Weiterhin steht er beratend dem Management zur Seite und kann gewonnene Kennzahlen aufbereiten und analysieren.

Auf den Stationen und in den Pflegebereichen sollten zudem pflegerische  IT-Keyuser benannt und qulifiziert werden. Diese Keyuser werden von der Stabsstelle „Digitale Transformation in der Pflege“ koordiniert und in alle relevanten Vorhaben einbezogen. IT-Keyuser in der Pflege sind zudem die Ansprechpartner für ihre pflegerischen Kollegen. Sie ermitteln den IT-Weiterbildungsbedarf der Kolegen und coachen direkt im Arbeitsumfeld. Sie leisten zudem einen Vor-Ort-Support und geben die Anforderungen an die Stabsstelle weiter. Damit sind sie auch der Schlüssel für einen pflegenahen und nutzbringenden Technologie-Einsatz.

Eine solche Struktur bedingt entsprechende Prozess-, Projekt und IT-Kompetenzen der mit diesen Aufgaben betrauten pflegerischen Mitarbeiter. Denn nur so können sie vorhandenen Prozesse und Technologien richtig bewerten, sowie die Anforderungen richtig definieren und umsetzen.

Über welche technologie-relevanten Kompetenzen die Stabsstelle, die Keyuser  und die Pflegekräfte verfügen sollten, werde ich in einem späteren Beitrag beleuchten.

Wer sich für die Arbeit als IT-Keyuser in der Pflege qualifizieren möchte, dem sei der neue Online-Lehrgang „Fachkraft für IT in der Pflege“ empfohlen.

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Heiko Mania

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