Warum eine Automatisierung in der Pflege die Pflegefachkräfte wirklich unterstützt

Automatisierung in der Pflege ist nicht nur ein Buzzword, wie die nun überall zitierte Pflege 4.0. Erst eine automatisierte, digitale Pflege bringt den Pflegekräften einen echten Mehrwert.

Bei der Diskussion um die Digitalisierung in der Pflege wird oft herangeführt, dass es doch schon Hersteller gibt, wie beispielsweise die der Krankenhausinformationssysteme, die eine Pflegedokumentation anbieten. Wenn man diese Systeme näher betrachtet, wird man meist feststellen, dass in der Regel die klassischen Papierdokumente in digitale Forms übertragen wurden. Immerhin 30% der deutschen Kliniken nutzen die damit verbundenen Vorteile, wie Verfügbarkeit, Lesbarkeit, Vollständigkeit und Abrechenbarkeit.

keyboard_hackerDoch wird oft vergessen, aus welcher Dokumentationsqualität heraus, diese Systeme eingeführt wurden. Eine komplette, dokumentierte Pflegeplanung findet sich nur in den wenigsten deutschen Klinken. Mit den digitalen Systemen wird die Vollständigkeit der Dokumentation nun aber für das Management einfach Kontrollierbar. Die digitalen Vorteile werden dabei eindeutig durch den erhöhten Zeitaufwand aufgefressen, den die Pflegefachkräfte durch eine elektronische Dokumentation benötigen. Wird diese dann noch mit einer nicht-mobilen Erfassung und das Erlernen einer Pflegefachsprache verknüpft, ist der wirkliche Unterstützungsgrad und die Anwendermotivation im Keller. Die Pflegefachkräfte kritisieren zu recht solche Systeme als workflow-störend.

Eine wirkliche technologische Unterstützung bringt die Automatisierung in der Pflege. Dabei geht es ganz und gar nicht darum, die Pflegefachkräfte zu ersetzen, sondern diese von automatisierbaren Aufgaben zu entlasten. Dafür werden in einem ersten Schritt smarte Softwarekomponenten sorgen. Diese Applikationen sind vernetzt mit einem Krankenhaus-Organisationssystem (KOS), welches die Informationen mit den Expertensystemen der jeweiligen Berufsgruppen austauscht und eine übergeordnete, patientenorientierte Orchestrierung vornimmt. Der Patient wird so schnell und ohne unnötige Wartezeiten durch den Behandlungsprozess geführt und erhält stets eine gleichbleibende, hochqualitative, klinische Versorgung.

FullSizeRenderEin modernes Pflege-Expertensystem, wie CareIT Pro vom NursIT Institute, unterstützt bereits heute die Automatisierung in der Pflege. Smarte Algorithmen reduzieren den Bedarf an einzugebenden Informationen und verknüpfen Inhalte so, das weitere Workflows und Aufgaben automatisch zu richtigen Zeit angestoßen werden. So muss eine Pflegeklassifikation nicht mehr in den Köpfen der Pflegekräfte vorhanden sein, sondern arbeitet unsichtbar im Hintergrund der Software. Dadurch können von den erfassten Assessmentinformationen automatische Pflegediagosen abgeleitet und entsprechende Maßnahmen vorgeschlagen werden. Und diese Software lernt mit der regelmäßigen Nutzung sogar dazu und erkennt automatisch Muster im Pflegeprozess. So können bei entsprechenden Pflegediagnosen, stets die auf der Station üblichen Maßnahmen vorgeschlagen werden. Natürlich werden die geplanten, pflegerischen Ziele durch die Software automatisch evaluiert und notwendige Adaptionen der Interventionen empfohlen.

Eine weiterführende Automatisierung in der Pflege wird mit dem Einsatz von Sensoren, Wearables und Smart Devices möglich. Diese intelligenten Hilfsmittel liefern automatisch Daten zum nutzenden Patienten an die Pflege-Expertensoftware und erlauben dadurch eine automatisierte Dokumentation. Damit können Alarme, Pflegeaufgaben und digitale Prozesse eigenständig erzeugt und gestartet werden. Die Pflegefachkräfte erhalten nicht nur digitale Todo-Listen, sondern können stets den aktuellen Stand und die Qualität der Pflegeprozesse sehen und frühzeitig darauf reagieren.
Unterstützt durch die Krankenhaus-Organisationssysteme (KOS) werden übergeordnete Events (Untersuchungen, med. Interventionen etc.) und Pflegeaufgaben so getaktet, dass die pflegerischen Prozesse so weit wie möglich unterbrechungsfrei ablaufen können. Das KOS steuert alle Workflows patientenorientiert und macht damit eine Arztorientierung zweitrangig.

img_5060In einem weiteren Schritt können Service-Roboter an das Pflege-Expertensystem (PES) angebunden werden. Dadurch können solche mechanischen Kollegen einfache Abfragen bei den Patienten durchführen oder diese sogar sanft wecken. Auch einfache Hol- und Bringe-Aufgaben können durch Roboter erbracht werden. Neue Sensoren werden aber auch kontaktlose Messungen von Vitalparametern ermöglichen oder die Pflegefachkräfte informieren, wenn ein Patient verwirrt das Zimmer verlässt.

Die Zukunft hat also schon begonnen und die Vorteile einer Automatisierung in der Pflege können schon heute genutzt werden. Diese Systeme reduzieren nicht nur Aufwand, sondern nachweislich auch Kosten.

Author Info

Heiko Mania

No Comments

Post a Comment