Archives April 2019

CareTech und die Trägheit des Gesundheitsmarkts

CareTech und die Trägheit des Gesundheitsmarkts

EIN NEUER STAR IST GEBOREN

War die professionelle Pflege in den letzten Jahren eher einen Nischenthema für Innovationen, führt der zunehmende Pflegefachkräftemangel mit allen negativen Auswirkungen zu einer Blüte von neuen Ideen und Startups in diesem Bereich. Ein zunehmend fokussiertes Thema ist dabei die Reduktion der Dokumentationsaufwände und die Optimierung der pflegerischen Prozesse. Liegt die Digitalisierung heute in der Pflege noch bei ca. 27 %, könnte sie sich bedingt durch die von der Politik veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzierung und den Stellenschlüsseln, in den nächsten 2 Jahre gar verdoppeln. Doch die Eintrittshürden sind hoch.

Pflegesoftware ist bereits seit der Jahrtausendwende auf dem Gesundheitsmarkt verfügbar und konnte sich dennoch, insbesondere in den Kliniken, kaum durchsetzen. Dies liegt zum einem daran, dass die Hersteller, insbesondere die KIS-Anbieter sich wenig an den Bedarf und die Prozesse der professionellen Pflege orientiert haben oder diese wiederum zu stark mit pflegetheoretischen Inhalten »aufgebläht« haben. Auf der anderen Seite waren die Kliniken nicht bereit das verfügbare Geld in die Pflege zu investieren, da die Pflege doch bereits mit der DRG eines Patienten abgegolten ist und primär dadurch keine Erlössteigerung zu erwarten war.

Das neue Pflegepersonalstärkungsgesetz und das Pflegepersonaluntergrenzen-Gesetz machen nun auch diesen Markt interessant.

MARKTMECHANISMEN

Wer in den Pflegemarkt mit neuen Produkten einsteigen möchte, sollte sich mit seinen speziellen und stark regulierten Mechanismen auskennen. Denn in der Realität gibt es nicht »die Pflege». Diese Berufsgruppe ist geprägt von einer sektoralen Splitterung in ambulante, stationäre und die Gesundheits- und Krankenpflege in den klinischen Einrichtungen. Leider sind genau diese Sektorengrenzen von Informationsverlust und unterbrochener Pflegekontinuität geprägt. Jeder Sektor hat seine eigenen gesetzlichen Regelungen in den Sozialgesetzbüchern und meist auch eigenen Abrechnungsmodalitäten. Zudem bewegt man sich mit Produkten für die professionelle Pflege schnell im Bereich von Medizinprodukten und deren regulatorischen Anforderungen. Genau dies erschwert es, Geschäftsmodelle aus der »freien Wirtschaft» auf diesen Bereich zu übertragen.

Erschwerend kommt dazu, dass die Pflegefachkräfte solchen neuen Innovationen und Technologien oft kritisch gegenüberstehen. Die Begründung dafür liegt unter anderem in dem Selbstverständnis des eigenen Berufsbildes. Denn Pflege ist im Kern eine ganzheitliche Beziehungsarbeit mit und an dem Patienten. Daher hat gerade eine patientennahe Tätigkeit die höchste Priorität bei den Fachkräften. Die IT hatte in den letzten Jahren leider einen umgekehrten Effekt auf die pflegerische Arbeit. Statt am Patienten, mussten Dokumentations- tätigkeiten an patientenfernen Bürocomputern durchgeführt werden. Nicht selten waren diese Dokumentationen sogar fachfremd, für andere Berufsgruppen, zu erbringen, wie z. B. Aufnahmeverträge o. ä. Diese Erfahrungen prägen noch heute die Bewertungen neuer CareTech-Angebote durch die pflegerischen Anwender. Die Pflegefachkräfte möchten für die eigene Arbeit und für ihre Patienten einen klaren Nutzen und eine echte Entlastung durch diese modernen Angebote erfahren. Daher werden im besten Falle die zukünftigen Anwender bereits bei der Auswahl der Systeme einbezogen und die fachlichen Anforderungen als harte Kriterien definiert.

Aber auch fehlende technologische Austauschstandards und die monolithische Vormacht der Krankenhausinformationssysteme bremsen neue technologische Innovationen deutlich. Möchte man beispielsweise mit einer neuen Software die klinischen Prozesse unterstützen, wird zurecht direkt die Frage nach einer Anbindung an das patientenführende Informationssystem (meist das KIS) der Gesundheitseinrichtung gestellt. Natürlich möchte kein Anwender die Stammdaten eines Patienten mehrfach in unterschiedliche Systeme eingeben. Aber gerade hier spielen die großen Systemhersteller ihre monolithische Macht aus. Nur wenn diese Anbieter eine Anbindung an ihre Systeme erlauben, kann der Kunde, meist sehr kostenintensiv, solche Schnittstellen erstellen lassen. Dies kosten neben dem Geld meist auch viel Zeit. Die bisher bestehenden Standards wie HL7 oder xDT sind dabei alles andere als als plug&play zu bewerten.

AMERICA FIRST?

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Podcast Folge #15 | Digitale Kompetenz im Pflegemanagement und der Pflegepraxis

Podcast Folge #15 | Digitale Kompetenz im Pflegemanagement und der Pflegepraxis

Die digitalen Technologien sollen zukünftig, so selbstverständlich wie der Waschlappen, zur beruflichen Pflege gehören.
Doch findet sich dieses Verständnis auch bei den Pflegemanagern wieder? Die Möglichkeiten der heutigen, innovativen Pflegetechnologien und Basiskenntnisse in der Pflegeinformatik sind eine Voraussetzung dafür, als Pflegemanagerin fundierte Entscheidungen für eine digitale Strategie in der Pflege zu treffen.

Unterstützung für dieses Thema kann sich die Pflegemanagerin in ihrem Unternehmen selbst aufbauen. So wie sie seit langer Zeit auf kompetente Leitungen auf jeder Station zurückgreift, sollte es selbstverständlich werden, auf jeder Station auch einen IT-KeyUser in der Pflege zu positionieren. Dieser muss natürlich auch qualifiziert werden. Doch dann wird er nicht nur seine Kollegen auf der Station auf Augenhöhe beraten und trainieren, er wir auch wertvoller Berater für das Pflegemanagement und die IT-Abteilung. Und ganz nebenbei schafft man auch neue Perspektiven für Pflegeexperten, die gern Pflege und IT beruflich verbinden möchten.

Stephan und Heiko tauschen sich in dieser Folge zur IT-Kompetenz im Pflegemanagement und die IT-KeyUser in der Pflege aus.

Links:

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Podcast Folge #14 | Hat die DMEA die Pflege erreicht? Der Bericht aus Berlin….

Podcast Folge #14 | Hat die DMEA die Pflege erreicht? Der Bericht aus Berlin….

Die Health-IT-Messe „DMEA“ wollte in diesem Jahr auch die berufliche Pflege für das Event begeistern und zu den unterschiedlichsten Programmteilen der Veranstaltung locken. Stephan, Murat und ich, berichten in dieser Folge darüber, ob dies den Veranstaltern gelungen ist.

Links:

Seminar: IT-KeyUser in der Pflege  mehr Informationen…

Selphapy https://www.selfapy.de

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Podcast Folge #13 | Frühstück mit dem Gesundheitsminister

Podcast Folge #13 | Frühstück mit dem Gesundheitsminister

Wir hatten die Möglichkeit an einem Frühstück mit Vortrag unseres Gesundheitsministers Jens Spahn teilzunehmen. Wir zitieren mit O-Tönen für Euch.


Die DMEA (ehm. conhIT) bietet auch dieses Jahr wieder ein interessantes Akademie Programm an. Ein Workshop wird sich in diesem Jahr auch mit den „Stolpersteinen und guten Beispielen“ in Projekten der Digitalisierung in der Pflege beschäftigen (9.04.19 | 13:30 – 17:30 | Berlin).
Dafür werden die drei Referenten unterschiedliche Perspektiven vertreten:
Dr. Dirk Hunstein / Madlen Fiebig (EPA-CC) – pflegefachliche- und -wissenschaftliche Perspektive

Sven Kiebler (Pflegeinformatiker, Kliniken der Stadt Köln) – Praxis-Perspektive

Heiko Mania, M.Sc., MBA (NursIT Institute) – Anbieter-Perspektive

Die 4 Hauptthemen sind:

  1. Pflege-IT-Strategie / Pflegeprozess
  2. Auswahl geeigneter Technologien (Hardware/Software)
  3. Einführungsstrategien (Pro, Cons, häufige Probleme)
  4. Nachhaltige Nutzung sicherstellen

Dieser Workshop ist an alle gerichtet, die sich mit Digitalisierungsprojekten in der Pflege beschäftigen und konkrete Anregungen, Wissen und Informationen aus der Praxis, Pflegewissenschaft und CareTech-Industrie mitnehmen möchten.

Weitere Informationen und Anmeldung hier…



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