Alle Beiträge von Heiko Mania

NursIT und die roten Socken…

IMG_0362Woran haben Sie bei diesem Titel gedacht? An das Sturzrisiko von Patienten?
Fangen wir von vorn an.
Wir vom NursIT Institute sind aktuell in Las Vegas auf der größten Health-IT-Messe HIMSS 2016. Heute gab es ein großes Symposium für die Pflegeinformatik (Nursing Informatics). In einem Vortrag wurden die Möglichkeiten der Pflegeinformatik beschrieben, z.B. Stürze von Patienten zu reduzieren. Unter anderem erhalten die Patienten mit einem hohen Sturzrisiko dabei rote Socken. Und das posteten wir so bei Twitter.

In der Folge ergab sich eine kleine Diskussion über die roten Socken und ich versprach mehr dazu zu schreiben.
Dieses Versprechen löse ich hiermit ein, denn es passt super zu unserer Software CareIT Pro.
Das Prinzip funktioniert in aller Kürze so:
Der Patient wird mit einem geeigneten Assessment, in diesem Fall mittels Software, eingeschätzt. Wird nun ein hohes Sturz-Risiko festgestellt erhalten die Patienten eine kurze, pflegerische Aufklärung in Rahmen eines „patient education program“. Dabei wird ihm bewusst gemacht, wie sich das Sturzrisiko in der Klinik verringern lässt. Dazu werden auf den Stationen auch Poster mit Slogans wie „Call don’t fall“ (Klingeln und nicht stürzen) eingesetzt. Diese sollen dem Patienten zeigen, wie wichtig es ist, sich bei der Mobilisation helfen zu lassen. Und dazu bekommen die Patienten eben die besagten roten Socken an. Diese haben nicht nur Noppen um das Rutschen auf den Böden zu verringern. Sie dienen vielmehr als visuelle Erinnerung an das eigene, hohe Sturzrisiko des Patienten. Und dies nachweislich mit Erfolg. Diese Patienten bewegen sich eher vorsichtiger durch die Klinik und melden sich rechtzeitiger für Unterstützung.
Aber auch die Mitarbeiter der Klinik gehen mit diesen Patienten anders um. Alle Mitarbeiter sind auf Patienten mit „roten Socken“ geschult und halten ein Auge darauf, wenn diese Patienten an ihnen vorbei „spazieren“. So können diese Patienten schnell unterstützt werden, wenn das Fallen droht.
Kurz: Sieht der Patient seine roten Socken, denkt er daran besser zu klingeln und nicht allein loszulaufen. Oder aber vorsichtig zu sein.
Sieht der Mitarbeiter die roten Socken, wird er diesen Patienten mein Gehen beobachten und gegebenenfalls unterstützen. Und nicht pflegerische Mitarbeiter informieren frühzeitig die Pflegefachkräfte.
Mit diesen Maßnahmen konnten die Stürze in der betreffenden Klinik um zwei Drittel reduziert werden.
Ein spannendes Konzept für mehr Patientensicherheit! Mit unserer Software CareIT Pro lässt sich u.a. das Sturzrisiko sicher bestimmen und neue Sturzereignisse monitoren. Außerdem erzeugt die Software eine individuelle Patienteninformation mit allen wichtigen Informationen und Mitwirkungsmöglichkeiten für den Patienten bzw. seine Angehörigen. Was wir nicht haben sind die roten Socken 😉
Wir hätten aber Interesse dieses Konzept in Deutschland zu testen. Wenn es sie auch interessiert – einfach bei uns melden. Wir bringen die Software mit und besorgen auch die Socken (z.B. hier http://tinyurl.com/zbk3qdz ).

Reaktionen zum Beitrag via Twitter:

Dubai: NursIT Institute präsentiert seine Pflegesoftware auf der Arab Health

IMG_0226Am gestrigen Morgen eröffnete eine Delegation hochrangiger Scheichs die diesjährige Medizinmesse Arab Health in Dubai. Auf dem Gemeinschaftsstand von Berlin Partner sind auch wir das erste Mal dabei. Da stellt sich sicher die Frage, ob eine deutsche Pflegesoftware für das arabische Publikum interessant sein könnte. Wir denken – Ja! Denn einen deutschen Pflegeprozess gibt es ja nicht – die meisten orientieren sich dabei an dem Pflegeprozess der WHO.

Und Pflege ist international. Deshalb haben wir unsere Software von Anfang an multilingual entwickelt – sowohl für die Anwender aus der Pflege, als auch für die erzeugten Patienteninformationen.

Wir haben heute interessante Gespräche mit Interessenten aus dem mittleren Osten und anderen, entfernten Regionen geführt. Auch Gesprächsanfragen für die nächsten Tage haben uns schon über das Internet erreicht. Man plant einen Messebesuch heute via App 😉

Einige pflegerische Prozesse und damit auch verbundene Probleme scheinen doch überall auf der Welt ähnlich zu sein. Und so haben uns Klinikvertreter am Stand gezielt aufgesucht und über deren Probleme mit den vielen pflege-relevanten Einzel-Scores berichtet. Häufig wird Vieles auf viele, einzelne Papierbögen dokumentiert, obwohl ein KIS bereits eingeführt ist. Eine Tatsache, die uns ins Deutschland auch nicht selten begegnet. Das digitale Pflege-Assessment in unserer Software, die damit verbundenen, automatisierten Prozesse und der nachgewiesene Zeitgewinn, stießen dabei auf großes Interesse. Dies hat uns wirklich gefreut.

Wir werden uns auch in den nächsten Tagen intensiv mit anderen Herstellern, Ausstellern und Besucher austauschen.

Das Thema „Pflege“ ist nun auch in Dubai präsent – durch NursIT!

Die Prozesse im Gesundheitsmarkt dauern oft länger als eHealth-Startups existieren

IMG_0135Gestern waren wir vom NursIT Institute zu Gast beim Gründerfrühstück der Bitkom mit Gesundheitsminister Gröhe und Jörg Land vom Startup Tinnitracks. Gröhe betonte in seinem Impulsvortrag noch einmal, dass wir in Deutschland Gefahr laufen, den Anschluss an eHealth zu verpassen. Allerdings sieht er nicht den von Jens Spahn (MdB) aufgezeigten Überlebenskampf der eHealth-Startups. Viel mehr sieht er in den Startups eine Chance gegenüber den etablierten Monolithen, Systeme zu schaffen, die interoperabel und austauschbar sind. Dadurch erhält der Gesundheitsmarkt die Chance, schnell die wirklich geeigneten digitalen Produkte einzusetzen bzw. auszutauschen. Es sei ihm aber bewusst, dass die Entwicklung von Software als Medizinprodukt ein hohe Hürde darstellt, die aber Voraussetzung für die Aufnahme in Heilmittelverzeichnis der Krankenkassen sind. Gerade auch um feststellen zu können, welche Kriterien eine gute App ausmachen, hat das BMG dazu aktuell eine Studie bei der Hochschule Hannover in Auftrag gegeben. Minister Gröhe versteht eHealth als ein neues Werkzeug in der Beziehung zwischen Patient und Arzt.

Jörg Land dagegen vermisst strukturierte Prozesse für junge Unternehmen im Gesundheitswesen. Deshalb würden viele Firmen der Branche nach Amerika abwandern. „Die Prozesse im Gesundheitsmarkt dauern oft länger als eHealth-Startups existieren“

Da Minister Gröhe explizit die Orientierungshilfe des BfArM für Medical Apps erwähnt hat, haben wir hier den Link bereitgestellt.

Die 3 Elemente der Pflege 4.0

Die Pflege 4.0 ist die konsequente Unterstützung der Pflegefachkräfte durch

  • innovative Technologien
  • auf Basis strukturierter Prozesse
  • unter Anwendung der pflegerischen Prozess- und IT-Kompetenz.
Pflege4-0

Die 3 Elemente der Pflege 4.0

Gerade in der Pflege sind heutzutage diese Elemente eher schlecht implementiert. All zu lang wurden nicht optimale Prozesse durch einen höheren, pflegerischen Personaleinsatz kompensiert und als „Eh-da-Kosten“ deklariert. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel dekompensiert aber dieses Vorgehen zunehmend. Aber auch die hohe Variabilität der pflegerischen Prozesse sind nicht selten ein Problem. Oft ist der Workflow davon abhängig, welche eigene Erfahrung die Pflegefachkraft mitbringt. Und so erlebt der Patient während seines Aufenthaltes immer wieder unterschiedliche Varianten von pflegerischen Interventionen. Dies senkt nicht nur das Vertrauen der Patienten, sondern ist auch pflege-ökonomisch oft nicht zu vertreten. Strukturierte, abgestimmte Workflows schaffen sowohl eine hohe Pflegequalität und Sicherheit, als auch ein Zeit- und Kostenoptimierung. Daher sollten alle wertschöpfenden Prozesse, an denen die Pflege maßgeblich beteiligt ist, strukturiert und konvergiert werden.

Dies lässt natürlich direkt an die beliebten Pflegestandards der Kliniken denken. In Ordnern oder Karteikästen sind diese auf vielen Stationen zu finden – leider oft in ungenutzten Ecken oder Schränken. Warum werden diese häufig nicht genutzt? Weil Sie oft nicht nachhaltig im Prozess implementiert sind! Papierstandards sind nicht das ideale Format für eine nachhaltige Umsetzung. Häufige Änderungen oder das Fehlen der Informationen am Point of Care sind nur zwei Aspekte. Eine mögliche Lösung stellt die Digitalisierung der pflegerischen Workflows unter der Nutzung innovativer Technologien dar.

Fazit: Die Digitalisierung eines schlechten Prozesses, ergibt einen schlechten, digitalen Prozess. Daher zuerst die Prozess-Strukturierung und dann die Prozess-Digitalisierung!

Teil 3: Innovative Technologien in der Pflege – Aktueller Stand und Blick in die Zukunft (folgt in Kürze)

Teil 4: Prozess- und IT-Kompetenz in der Pflege – Status quo und Angebote (folgt in Kürze)

NursIT Institute erweitert Geschäftsleitung:
 Heiko Mania wird Geschäftsführer

Mit 1. Januar 2016 hat Heiko Mania die Position des Geschäftsführers der NursIT Institute GmbH übernommen und leitet somit gemeinsam mit Stoyan Halkaliev das Unternehmen.

Heiko Mania bringt über 20 Jahre klinische Erfahrung aus der Pflege, dem Pflegemanagement, der Pflegeinformatik und dem Projektmanagement mit. Nach zwei Master-Studiengängen in der Health-IT, war er zuvor als Head of Business Development beim Berliner Medizinsoftware-Spezialisten MEDNOVO – Medical Software Solutions GmbH tätig. Mania wird künftig im Schwerpunkt die Bereiche Produktmanagement und Professional Services verantworten.
„Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und die damit verbundene Herausforderung. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam die innovativen Lösungen von NursIT in der Pflege erfolgreich etablieren und so die Pflege-IT verändern werden.“, so Heiko Mania über seine Bestellung.

„Mit Heiko Mania haben wir einen erfahrenen Domänenexperten für die Pflege und Health-IT gewonnen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche ihm viel Erfolg für seine neue Aufgabe“, so Stoyan Halkaliev, Geschäftsführender Gesellschafter NursIT Institute GmbH.
Über NursIT Institute GmbH:

Gegründet wurde das Unternehmen Anfang 2015 in Berlin. Als Spezialist für die „Pflege 4.0“ bietet NursIT innovative Dienstleistungen und Produkte für die Pflege an. Dabei bildet die Pflegesoftware der nächsten Generation „CareIT“ einen Schwerpunkt zur nachhaltigen Umsetzung optimierter, pflegerischer Prozesse.

Ein erfolgreiches, neues Jahr …

Der Fortschritt geschieht heute so schnell, dass, während jemand eine Sache für gänzlich undurchführbar erklärt, er von einem anderen unterbrochen wird, der sie schon realisiert hat.
Albert Einstein

Liebe Leser, liebe Kunden, liebe Geschäftspartner,

für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns ganz herzlich. Auch im Jahr 2016 möchten wir wieder diejenigen sein, die Sachen für die Pflege realisieren, während andere diese noch für undurchführbar erklären.

Wir wünschen Ihnen im neuen Jahr viel Gesundheit, Glück und Erfolg.

Warum die Medizin 4.0 nicht ohne Pflege 4.0 funktioniert

Von der Industrie 4.0 zur Medizin 4.0?

Eines der großen, aktuellen Themen ist die sogenannte Industrie 4.0. „Industrie 4.0 bezeichnet die Informatisierung der Fertigungstechnik und der Logistik bei der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.“ – sagt Wikipedia dazu. Dies bedeutet nichts anderes als die Digitalisierung der Industrie mittels Kommunikation von Endgeräten untereinander. Nun könnte man annehmen, dass sich Medizin 4.0 direkt davon ableiten lässt. Aber weitgefehlt – hierzu kursieren verschiedene Definitionen. Zum Beispiel definiert Dr. Sontheimer auf seiner Seite :

„Medizin 1.0 waren die Zeiten des Selbstkostenerstattungsprinzips.

Medizin 2.0 begann mit der „Scharfschaltung“ des DRG-Systems im Jahr 2004.

Medizin 3.0 ist die qualitätsgesicherte, prozessoptimierte, patienten-in-den-Mittelpunkt-stellende Medizin, an der wir noch arbeiten.

Medizin 4.0 stellt die Behandlungsorganisation künftig auf einen digitalen Workflow.“

Heise.de beschreibt es so: „Stärker noch als der Verkehr wird sich nach Angaben des Bitkom das Gesundheitswesen wandeln, mit Telemedizin, 3D-Druck von Prothesen und Organen sowie Mikrochips im ganzen Körper, die die Funktionen der Organe überwachen. 2025 soll der Arzt vom Operationsroboter abgelöst sein.“

Kurzfassung: Durch digitale Workflows und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation wird der Arzt zunehmend von der Technologie abgelöst.

Und was bedeutet dann Pflege 4.0?

Die „Offensive Gesund Pflegen“ hat dazu sogar ein Informationsheft zur Pflege 4.0 herausgegeben. Hier wird darunter eine „Intelligente Technik in der beruflichen Pflege“ verstanden.
Wie könnte man also die pflegerischen Entwicklungsstufen auf den Punkt bringen?

Pflege 1.0: Die Pflege nach dem klassischen Pflegeprozess und auf Basis pflegerischer Erfahrung

Pflege 2.0: Pflege unter Nutzung der akademisierten Pflegewissenschaft

Pflege 3.0: qualitätsgesicherte, prozessoptimierte und erlösrelevante Pflege

Pflege 4.0: Pflege entlang eines digitalen Workflows unter konsequenter Nutzung innovativer, smarter Technologien.

Pflege 4.0 ersetzt nicht das Pflegepersonal – im Gegenteil

Wenn in der Medizin 4.0 der Arzt teilweise durch die Technologie ersetzt wird, ist dies auch für die Pflegefachkräfte in der Pflege 4.0 zutreffend?

Ganz im Gegenteil! Eine pflegerische Versorgung wird sich nie vollständig von Technologien erledigen lassen. Allerdings wird zukünftig intelligente Technik die Pflegefachkräfte deutlich stärker unterstützen als heute. Denn Pflegefachkräfte werden zukünftig dringender gesuchte Experten für Patienten und deren Versorgungsprozesse. Und wer versorgt dann die Patienten der Medizin 4.0? Nur die Pflege 4.0 wird diese Herausforderung bewältigen können und damit das zustehende Ansehen und die passende Vergütung für ihre Expertise erhalten.

Wie der aktuelle Stand ist und der Weg zur Pflege 4.0 aussehen könnte – werde ich in den nächsten Blog-Beiträgen skizzieren.

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