Pflege gestaltet die Digitalisierung aktiv mit – „Netzwerk für Innovationen und Technologien in der Pflege“ gestartet

Pflege gestaltet die Digitalisierung aktiv mit – „Netzwerk für Innovationen und Technologien in der Pflege“ gestartet

Das „Netzwerk für Innovationen und Technologien in Pflege“ (NITiP) startet am 31.05.2017 mit der virtuellen Pflegekonferenz „Innovationen für die Pflege erleben…“. Das Ziel ist es, die Anbieter pflegerelevanter, innovativer und technologischer Produkte bzw. Dienstleistungen und Pflegefachkräfte zusammenbringen und sich über neue Lösungen am Markt, erfolgreiche Projekte und zukünftige Entwicklungen auszutauschen.

Das Arbeitsumfeld der beruflichen Pflege verändert sich immer schneller und die Komplexität, der Druck und der Fachkräftemangel wirken sich zunehmend problematisch aus. Die Digitalisierung der Pflege wird zunehmend als Lösungsansatz gesehen. Immer häufiger hört man dazu, dass die Pflegefachkräfte die Digitalisierung ihres Berufes doch selbst aktiv gestalten sollen.

Jedoch zeigt sich in der Realität, dass die Pflegefachkräfte und das Pflegemanagement häufig keinen Überblick darüber haben, welche Lösungen und Dienstleistungen schon auf dem Markt verfügbar sind und welche Innovationen bereits „vor der Tür stehen“. Zudem haben sie zu wenige Möglichkeiten aktiv auf die Entwicklung von Technologien und Services Einfluss zu nehmen. Im Ergebnis werden viele Produkte und Dienstleistungen an den Anforderungen der Pflegefachkräfte und des realen Pflegeprozesses vorbei entwickelt. Zudem fehlt es in Deutschland auch an einer pflegerischen Organisation, der diesen Themenbereich aktiv bearbeitet.

Aus diesem Grund startet das NursIT Institute das neue „Netzwerk für Innovationen und Technologien in Pflege“ ( www.NITiP.de ). Durch Informationsveranstaltungen und Workshops sollen die technologisch-innovativen Möglichkeiten des Marktes und die realen Anforderungen der Anwender für beidseitige Synergien sorgen.

Den Auftakt macht die virtuellen Pflegekonferenz „Innovationen für die Pflege erleben…“ ( www.PflegeIT.de ) am 31. Mai 2017. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Konferenz ausschließlich online (in Webinar-Form) durchgeführt wird. Die Teilnehmer können je nach Interesse, virtuell kommen und gehen. Alle Vorträge werden dabei aufgezeichnet und sind so auch später noch für interessierte Pflegefachkräfte nutzbar. Viele neue, innovative Themen, Projekte und Erfolgstories werden dort den Teilnehmern präsentiert. Die gesamte Veranstaltung ist kostenlos und bedarf lediglich einer kurzen Anmeldung, eines PCs oder eines Smartphones. Gerade die für Pflegefachkräfte oft schwierige Organisation von Reisen zu Konferenzen entfällt somit. Zuhause, auf der Arbeit oder mobil – die Teilnahme ist kinderleicht.

Künftig sollen zudem im Netzwerk pflege-technologische Themen bearbeitet, Positionen entwickelt und gemeinsame Projekte gefördert werden.

Technologie-Beratung: Ein digitales Formular macht noch keine digitale Pflegedokumentation

Technologie-Beratung: Ein digitales Formular macht noch keine digitale Pflegedokumentation

„Unsere Pflegekräfte dokumentieren schon digital. Wir haben doch ein KIS!“
„Unsere Pflege dokumentiert auf Papier. Das kann sie gut und hält sie nicht unnötig auf.“

Es ist schon spannend mit welchen Argumenten wir manchmal konfrontiert werden, wenn wir mit Nicht-Pflegefachkräften über digitale Pflegedokumentation sprechen. Oft denken diese, dass das Ausfüllen eines digitalen Formulars im KIS schon die Pflegedokumentation darstellt. Und damit vergeben sie riesige Chancen, die Pflegefachkräfte optimal zu unterstützen, viel Aufwand und Zeit zu sparen und zusätzliche Erlöse automatisch zu generieren.

Zahnärzte wählen nicht das Dialysegerät aus. Warum gilt dies nicht auch für die Pflege?

Und die Pflegefachkräfte? Dort fehlt es häufig auch an pflege-technologischer Kompetenz und Erfahrung. Und so wird die Entscheidung häufig der IT-Abteilung oder dem Kaufmann überlassen. Das bedeutet jedoch, dass fachfremde Personen ohne tiefe Prozesskenntnisse die Werkzeuge für die Pflegefachkräfte auswählen. Und aus gut gemeint wird dann schnell nicht gut gemacht!

Um nicht einen falschen Eindruck zu vermitteln. Wir haben auch Kliniken kennengelernt, in denen kompetente IT-Pflegefachkräfte intensiv an der Auswahl und Beschaffung der Pflegetechnologien beteiligt waren. Dies erkennt man dann auch sehr häufig in der sehr pflegeprozess-nahen Umsetzung.

Mit externen Pflegeinformatikern die Kompetenz einkaufen

Im Gegensatz zu anderen Ländern sind Pflegeinformatiker in Deutschland noch rar gesät. Klar, hier wird sich mit der zunehmenden Digitalisierung des pflegerischen Arbeitsumfeldes noch sehr viel ändern.
Doch schon heute können die Gesundheitseinrichtungen die fachkundige Beratung und Projektunterstützung von Pflegeinformatikern nutzen. Denn genau diese Dienstleistungen können beispielsweise beim NursIT Institute in Anspruch genommen werden. Unsere Pflegeinformatiker mit jahrelanger Erfahrung in Pflege und klinischer IT unterstützen Gesundheitseinrichtungen:

  • bei der Analyse der Pflegeprozesse und des technologischen Bedarfs
  • bei der Analyse der vorhandenen IT-Systeme auf pflegerische Gebrauchstauglichkeit
  • bei der Optimierung der vorhandenen IT-Systeme
  • bei der Konzeption und Beschaffung der genau passenden IT-Systeme
  • im Prozess- und Projektmanagement
  • beim Erwerb von IT-Kompetenz und System-Training

Und was haben Sie davon?

Die Frage beantwortet sich fast von selbst. Wenn keine eigenen Erfahrungen und Kompetenzen in der Pflegeinformatik vorhanden sind, muss und sollte man nicht darauf verzichten. Die verschiedensten Beratungsangebote in der Pflegeinformatik bringen:

  • Entlastung der Pflegefachkräfte durch nutzbringende Technologien
  • Langfristige Investitionssicherheit
  • Effiziente, strukturierte Prozesse
  • Planbares und transparentes Vorgehen in Bezug auf Kosten und Nutzen
  • Abbildung der pflegerischen Interessen, Anforderungen und Notwendigkeiten in Prozessen, Projekten und IT-Systemen

Die Digitalisierung auch in der Pflege lässt sich nicht mehr aufhalten. Wer dies ignoriert wird von schnell überholt. Eine effiziente Unterstützung der Pflegefachkräfte wird zudem ein wichtiges Kriterium der Mitarbeiterzufriedenheit und des Fachpersonal-Recruitings. Welche Pflegefachkraft möchte nicht in einer Klinik arbeiten, in der durch strukturierte Prozesse und entlastende, nutzbringende Technologien mehr Zeit für die Arbeit am Patienten bleibt?

Pflege und die conhIT 2017 – Wann platzt endlich der Knoten?

Pflege und die conhIT 2017 – Wann platzt endlich der Knoten?

Die conhIT 2017 war wieder ein voller Erfolg – noch größer und noch mehr Aussteller. Die größte deutsche Health-IT Konferenz und Messe zog wieder Interessierte und Entscheider der Gesundheitsbranche an. Auch die Pflege rückt allmählich in den Focus dieser Veranstaltung. So gab es einige Vorträge, Podiumsdiskussionen und eine Industrieführung zum Thema „Pflege“.

Auch wir vom NursIT Institute waren in diesem Jahr wieder dabei. Am Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg präsentierten wir mit verstärkter Mannschaft die neuesten Entwicklungen unserer Pflege-Expertensoftware CareIT Pro und unsere Dienstleistung rund um das Thema „Lean Nursing“.

Was konnten wir aus pflegerischer Sicht von der conhIT 2017 mitnehmen?

Viele Akteure beschäftigen sich in der Theorie, in Form von aktuellen Studien, mit der Digitalisierung der Pflege . So gab es u.a. die Podiumsdiskussion „Digitalisierung in der Pflege – Wann platzt endlich der Knoten“. Auffällig war auch hier, dass wenn von Pflege gesprochen wird, meist die ambulante beziehungsweise die Langzeit- Pflege gemeint ist. Warum ist die klinische Pflege so wenig auf dem Radar der Akteure?
Natürlich waren auch einige, wenige Hersteller von Pflegesoftware präsent.

Insgesamt ist man sich sicher, es gibt noch viel zu tun um die modernen Technologien in der Pflege zu verankern. Dazu gehört , dass sich die Pflege selbst organisieren und engagieren sollte, um die Anforderungen der eigenen digitalen Werkzeuge selbst zu bestimmen. Aber auch die Schaffung von Anreizen für die Einführung und Nutzung von digitaler Pflegedokumentation wurde genannt. Ein weiterer Punkt ist das Fehlen von Beratungs- und Schulungsangeboten im Bereich von Pflege-Technologien.

 

Vortrag beim Lunchtalk am Berlin Partner Stand

Ja! Die Organisation der Pflege in einem Netzwerk oder Verband für Pflege-IKT ist notwendig. Vor knapp 10 Jahren war ich der Vorsitzende der „Deutschen Gesellschaft für Pflegeinformatik“. Dieser von 40 Pflegefachkräften gegründete Verband war scheinbar der Zeit voraus und hat sich nach 3 Jahren wieder aufgelöst. Heute wird genau so eine Gesellschaft gebraucht um die technologischen Entwicklungen mitzugestalten. Daher arbeiten wir derzeit daran, die Idee wieder aufleben zu lassen und das „Netzwerk für Innovationen und Technologie in der Pflege“ zu starten. Dazu in kürze mehr 🙂

 

Die Anreize für die Nutzung von digitaler Pflegedokumentation können auch die Hersteller setzen. Wenn Pflegefachkräfte bis zu 60 Minuten Dokumentationszeit pro Patienten sparen können und zudem durch die erfassten Informationen bis zu 75 EUR zusätzlich Erlöse sichern können, sollte dies ein starker Anreiz für jeden Entscheider sein. CareIT Pro kann genau dies und macht dazu den PKMS automatisch.

Und Beratung zu Innovationen und Technologien und der Pflege bieten wir auch. Im Rahmen unserer Lean Nursing-Methode betrachten wir nicht nur die Prozesse, sondern auch die vorhandenen Tools und IT-Systeme und zeigen Lücken und Potentiale auf. Zudem bieten wir vielfältige Seminare im Bereich pflegerischer Innovationen und IT.

Podiumsdiskussion zur neuen FHIR-Schnittstelle, die auch CareIT nutzt

Es ist also schon vieles vorhanden. Die Pflegefachkräfte sollten sich in diesem Bereich noch stärker informieren und die digitalen Erleichterungen auch einfordern!

Wir unterstützen dieses Thema gern mit Vorträgen, Präsentationen und Seminaren. Viele Pflegedirektionen haben unserer Informationsangebot bereits genutzt. Kontaktieren Sie uns einfach unverbindlich!

 

Entlass- und Überleitungsmanagement mit smarter Pflegesoftware

Entlass- und Überleitungsmanagement mit smarter Pflegesoftware

Jeder Patient hat einen Anspruch auf eine gut vorbereitete und optimal koordinierte Überleitung aus dem Krankenhaus. Ein erfolgreiches Überleitung- und Entlassungsmanagement minimiert die Schnittstellenprobleme zwischen dem Krankenhaus und der nachstationären Versorgung.

Dieser Anspruch ist nicht nur im nationalen Expertenstandard „Entlassungsmanagement in der Pflege“ dokumentiert, sondern ist auch im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) mit dem neuen § 39 Abs. 1a SGB V (2015) geregelt. Zudem müssen ab 01.07.2017 die Krankenhäuser bei der Entlassung den Patienten in ein formales Entlassungsmanagement einbeziehen, wie es in den Rahmenvorgaben des Bundesschiedsamts im Herbst 2016 festgelegt wurde.

Für jeden Patienten ist daher zukünftig ein Entlassplan zu erstellen. Eine solche geplante Entlassung bedarf der Definition und Dokumentation von Kriterien (Sicherstellung der poststationären Versorgung, Versorgung mit Hilfsmitteln, Gespräche mit Angehörigen etc.), die für eine erfolgreiche Überleitung notwendig sind.

In der Pflege-Expertensoftware CareIT Pro können diese Kriterien als Meilensteine für alle am Versorgungsprozess beteiligten Personen erstellt und transparent dargestellt (Dashboard) werden. Weiterhin überwacht die Software eventuelle Abweichungen und Inplausibilitäten in der Entlassplanung. Checklisten und automatische Prozess-Fortschrittsanalysen zeigen zudem auf dem Belegungs-Dashboard neben der aktuellen Belegung, auch mögliche bzw. geplante Entlassungen, sowie noch vorher zu erledigende Meilensteine an. So haben alle Mitarbeiter des therapeutischen Teams stets die wichtigsten Meilensteine eines Patienten bis zur Entlassung im Blick und somit auch die Stellschrauben für einen effizienten und nachhaltigen Patientendurchlauf.

 

Die Pflege-Expertensoftware CareIT Pro unterstützt den gesamten Prozess zu einem erfolgreichen Entlass- und Überleitungsprozess . Mehr Informationen hier:


Weitere Informationen finden Sie in unserem aktuellen Flyer. Gern senden wir Ihnen diesen per Email zu.
Einfach Ihre Email-Adresse eingeben und sie erhalten umgehend den Flyer.

Ministerium erwägt verpflichtende Einführung von Pflege-Expertensoftware in Kliniken

Ministerium erwägt verpflichtende Einführung von Pflege-Expertensoftware in Kliniken


Wie aus Kreisen des Gesundheitsministeriums bekannt wurde, werde derzeit an einem Gesetzesentwurf für eine verpflichtende Einführung von Pflege-Expertensoftware in allen klinischen Einrichtungen gearbeitet.
Nach der Entbürokratisierung in der Langzeitpflege habe man genügend Erfahrung mit der Verschlankung der Pflegedokumentation gesammelt, um die Digitalisierung der Pflege nun verpflichtend einzufordern.
Die Finanzierung dieser Softwareprojekte soll über die Ersparnisse, der offenen Stellen durch den Fachkräftemangel in der Pflege, erfolgen.
Geplant ist zudem, dass jede Pflegefachkraft einen eigenen Tablet-PC erhalten soll und vorbereitend auf die Initiative, ein Seminar zum Erwerb des „Klinischen IT-Führschein“ im Sommer 2017 belegen muss.

Lesen Sie hier alle Infos

Recruiting 4.0 – Wo die Pflege auf den Philippinen studiert [Teil 3]

Recruiting 4.0 – Wo die Pflege auf den Philippinen studiert [Teil 3]

Um 8:30 Uhr und bei „frischen“ 22 Grad starten wir unsere Tour nach Gezon, um dort die Far Eastern University | Nicanor Reyes Medical Foundation, nebst angeschlossener Klinik zu besuchen. Wir wollen die Qualität des Pflegestudiums und das Arbeitsumfeld der Pflegestudenten kennenlernen.

Bei dickem Verkehr fahren wir auf die „Kill-Road“, einer 10 spurigen Schnellstraße, auf. Zwischen den Autos bewegen sich Straßenverkäufer, begleitet von einem permanenten Hupkonzert der vielen Fahrzeuge.

An der Far Eastern University werden wir herzlich empfangen und starten unser Meeting im Administrationsgebäude. Der Medical Director , der COO und die Chief Nursing Officer stellen uns ihre Universität und das Studienkonzept vor. Schnell wird klar, die Studenten werden überwiegend für die Arbeit im Ausland ausgebildet.
Die Gastgeber sind sehr interessiert mehr über die deutschen Kliniken zu erfahren. Daher stellen Herr Prölß und Herr van Loo das UKE im Rahmen einer kleinen Präsentation vor.

Danach starten wir die Tour in die Klinik. Uns bietet sich ein ungewöhnliches Bild. Es gibt für zahlende Patienten modernere Ein-Bett-Zimmer und für arme Patienten mehrere große Räume in denen sich 8 Betten inklusive Patienten und deren Familien aufhalten. Immerhin erhalten sie hier für einen Minimalbetrag eine Behandlung nebst Mahlzeit. Diese Räume sind auch nicht klimatisiert und werden lediglich durch Ventilatoren „luftbewegt“. Auf der Kinderstation zeigt sich das gleiche Bild. Und mir wird wieder schlagartig bewusst, wie gut wir es mit unserer medizinischen Versorgung in Deutschland doch haben. Dort liegen Babys, Kinder und Jugendliche krank nebeneinander in offenen Räumen. Privatsphäre gibt es keine.

Die Medizintechnik in der Klinik ist größtenteils hochmodern und beeindruckt in der Vielfalt.

Die Universität befindet sich in einem modernen Neubau und erinnert an Colleges aus den USA. Eigentlich kein Wunder, da hier auf USA-Niveau ausgebildet werden.

Wir besuchen eine Hygiene-Vorlesung und kommen schnell ins Gespräch mit den Studenten. Alle freuen sich hier über die deutsche Stippvisite. Im Mikrobiologie-Labor hantieren die Studenten eifrig an ihren Mikroskopen und nebenan im Skill-Lab ist eine Mini-Klinik nachgestellt. Hier werden Situationen von der Aufnahme, über OP und Intensivstation nachgestellt und geübt.

Beeindruckend waren zudem die Computer-Räume. Hier finden sich ausreichend viele und moderne PCs, die von den Studenten zur Recherche genutzt werden. Auch Pflegeinformatik steht auf dem Lehrplan, allerdings sucht man in der Klinik ein Krankenhausinformationssystem oder gar Pflegesoftware vergebens. Ein lokales RIS in der Radiologie ist jedoch vorhanden und erleichtert dort die Arbeit.

Fast alle Studenten mit denen wir gesprochen haben, planen nach dem Studium ins Ausland zu gehen. Sie möchten dort arbeiten und ihre Familien, die dieses Studium finanzieren mussten, zukünftig finanziell unterstützen.

Das Studium und die Inhalte haben ein hohes Niveau. Eine europäische Klinik samt modernen Equipment wird für diese Kollegen dennoch eine neue, praktische Erfahrung werden.

Aber auch als deutsche Pflegefachleute könnte man hier noch einiges lernen. Hier wird auch ein Schwerpunkt auf die Ausbildung der Community Nurses gelegt. Diese in Deutschland mit den Gemeindeschwestern vergleichbaren Kollegen, sind in den Dörfern und Städten tätig. Oft sind sie die ersten, medizinischen Anlaufstellen und benötigen daher eine breitgefächerte Kompetenz.

Das Sprachniveau ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Einsatz der ausländischen Kollegen. Daher schauen wir uns im Teil 4 eine ganz besondere Sprachschule in Gezon an.

Recruiting 4.0 – Welcome to Manila [Teil 2]

Recruiting 4.0 – Welcome to Manila [Teil 2]

16 Stunden Flug, 9000 Kilometer und eine schlaflose Nacht später, treffen wir am Airport Manila ein. Wir treffen dort Frau Mueller von der Start MediCare , sowie Rose und Enrico von der Vermittlungsagentur. Auf dem Weg zum Hotel wird schnell sichtbar, dass wir in einer anderen, ärmeren Welt angekommen sind. In der tropischen Hitze wimmelt es nur so vor Menschen, Autos und Mopeds.
Wir fahren vorbei an zerfallenen und notdürftig zusammengenagelten Behausungen. Das Leben spielt sich hier ganz klar auf der Straße ab. Dennoch sind wir sehr froh einen erfahrenen Driver zu haben, denn Verkehrsregeln werden hier allenfalls als Empfehlung gewertet. Man stimmt sich mit der Hupe des Autos ab.

Unser erstes Meeting findet in der Agentur GP statt. Dort werden Bewerber für verschiedenste Jobs im Ausland interviewt, getestet, medizinisch untersucht und alle Formalitäten erledigt. Der Transfer von philippinischen Personal in andere Länder ist sehr stark staatlich reguliert. Alle Beteiligten müssen registriert sein und genauen Regeln folgen.

Auf uns warten schon interessierte, ausgebildete Pflegefachleute, die aus verschiedenen Regionen der Philippinen angereist sind. Interessiert und begeistert hören sie der Präsentation von Herrn Prölß zu der Arbeit im UKE zu. In den Fragen und Reaktionen der Teilnehmer wird schnell klar- für viele ist es ein Traum, in einer solchen Klinik mit den entsprechenden sozialen und finanziellen Rahmen arbeiten zu können.
Aber ein Punkt wird hier auch immer wieder betont – nur mit dem Sprachniveau B2 wird dieser Traum erst erreichbar werden.

Ein Rundgang durch das Gebäude führt durch Klassenräume, Assessmentstationen und eine eigene kleine Klinik. Hier befindet sich das rechtliche und administrative Tor zur Arbeit in einem anderen Land.

Mit diesen neuen Eindrücken und völlig übermüdet, endet der offizielle Teil des ersten Tages im heißen Manila.

Am zweiten Tag steht ein Besuch der Far Eastern University und der zugehörigen Klinik auf dem Programm.
Was wir dort erlebt haben, werde ich im 3. Teil dieser Serie berichten…

Recruiting 4.0 – Pflegefachleute aus Fernost [Teil 1]

Recruiting 4.0 – Pflegefachleute aus Fernost [Teil 1]

Der Fachkräftemangel ist schon jetzt einer der größten Herausforderungen für die Pflege. Tausende von Pflegefachleuten werden bei uns in der Zukunft fehlen. Im Gegensatz dazu, gibt es nach Schätzungen der Deutschen Botschaft auf den Philippinen bis zu 300.000 super ausgebildete Pflegefachleute ohne Arbeit. Schon seit Jahren bilden die Philippinen im hohen Maße Fachkräfte für das Ausland aus. Die pflegerische Ausbildung ist dabei als Bachelor- und Masterstudium angelegt und orientiert sich stark an den US-Anforderungen. Die meisten Pflegefachleute gehen nach dem Studium in die USA, nach Arabien und Neuseeland. Nicht zuletzt durch politische Veränderungen und Initiativen, ist auch Deutschland für viele philippinische Pflegefachleute interessant geworden. Bei uns würden sie dringend gebraucht werden. Dabei denke ich jedoch auch an die vielen Recruiting-Aktionen der letzten Jahre in Ost- und Südeuropa mit eher mäßigem Erfolg. Aber auch an die schon einmal in den 70ern erfolgreichen Integrationen aus Asien und Indien.

Daher also stellte sich also die Frage, wie heute ein erfolgreiches, modernes Recruiting- und Einführungskonzept inklusive innovativer Technologien für ausländische Pflegefachleute aussehen muss, um zum einem eine hohe Akzeptanz und schnelle Integration in den deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu erreichen und zum anderen die immigrierenden Fachexperten dauerhaft und nachhaltig dort zu halten.
Natürlich stellte sich auch die Frage, wie ethisch es ist, die Pflegeexperten in ihren Heimatländern abzuwerben und wie dort ihre Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen aussehen.

Ein Schlüssel zur erfolgreichen Integration ist die sichere Beherrschung der deutschen Sprache und des Fachvokabulars.  Dabei bin ich der Überzeugung, dass die Fachleute schon deutschsprechend aus ihren Heimatländern kommen sollten, um sich von vorherein der fachlichen Anpassung widmen zu können. Die meisten Programme jedoch sehen die Sprachqualifikation erst in Deutschland vor und erhöhen somit die Einarbeitungs- und Anerkennungszeit, sowie auch das Risiko das Sprachlevel und damit die Anerkennung überhaupt nicht zu erreichen.

Dabei hatte ich schon länger die Idee, mit moderner IT-Technologie eine solche Qualifizierung in den Herkunftsländern zu unterstützen. Umso begeisterter war ich dann, im letzten Jahr die innovative Agentur Start MediCare kennengelernt zu haben.  Diese qualifiziert in den Heimatländern die Pflegeexperten bis zum deutschen Sprachlevel B2, aber auch pflegefachlich werden die Kollegen auf das deutsche Gesundheitssystem trainiert. Schnell wurde die gemeinsame Idee geboren, durch den Einsatz unserer Pflege-Expertensoftware dieses Training zum einen zu unterstützen, aber auch das Training sehr gezielt auf die jeweilige Gesundheitseinrichtung in Deutschland abzustimmen, in welcher der Bewerber seine neue berufliche Zukunft starten möchte. So kann mit modernen Werkzeugen ein gezieltes, gegenseitiges Erwartungsmanagement unterstützt werden.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf findet das Konzept sehr spannend. Jedoch wollte sich der Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Joachim Prölß, selbst ein Bild von der Situation der Bewerber in ihrem Heimatland machen.

Und so flogen wir in der letzten Woche nach Manila auf die Philippinen, um uns gemeinsam die Kliniken, Universitäten, Vermittlungsagentur und Sprachschule anzusehen und nicht zuletzt mit den interessierten Pflegefachleuten zu sprechen.

Über unsere Eindrücke in einer anderen Welt, werde ich im zweiten Teil berichten…

Heiko Mania

Expertengipfel „Pflege 4.0“ im UKE – Es (muss) wird sich vieles für die Pflege ändern

Expertengipfel „Pflege 4.0“ im UKE – Es (muss) wird sich vieles für die Pflege ändern

Der Festsaal des Hamburger Uniklinikum in Eppendorf öffnete am Donnerstag für eine besondere Veranstaltung seine Pforten. Das UKE, die Initiative Gesundheitswirtschaft und das NursIT Institute luden zum ersten Workshop „Pflege 4.0: Patientenorientierte Versorgung durch digitale Prozesse“. Und der Einladung folgten u.a. Experten aus der Pflege, den Krankenkassen und der Gesundheitswirtschaft.

Prof. Heinz Lohmann (Lohmann konzept) startete mit der Einführung in die Veranstaltung und den Einblick in die sich verändernden Prozesse im Gesundheitswesen.

 

Im anschließenden Impulsvortrag zeigte Joachim Prölß (Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Vorstand UKE) die Herausforderungen und Schmerzpunkte für die Pflege auf. Seine 7 Herausforderungen erstreckten sich vom Fachkräftemangel bis hin zur Hygiene.
Guido Burkhardt (Geschäftsführer, Fa. qhit) zeigte in seinem appellierenden Vortrag, wie die Pflege in anderen Ländern mit dem sich verändernden Arbeitsumfeld umgeht.

„Anerkennung kommt von Erkennen. Solange Pflegefachleute sich nicht als Fachleute zu erkennen geben und sich stets klein machen – solange werden sie auch keine echte Anerkennung erfahren!“

Im letzten Impulsvortrag ging Heiko Mania (Geschäftsführer, NursIT Institute) auf die Pflege 4.0 in einer Begriffsbestimmung und die Möglichkeiten durch ein Pflege-Expertensystem (wie CareIT Pro) ein.
„Technologie allein wird die Pflege nicht ausreichend unterstützen. Sie muss auf schlanke, strukturierte Prozesse basieren und von Technologie-kompetenten Anwendern bedient werden. In jedem Fall muss sie aber einen klaren Nutzen für den Patienten und die Pflegefachleute aufweisen!“

Im Anschluss starteten die drei InnovationsCafés mit den Themenbereichen Prozess, Technologie und Kompetenz. Die InnovationsCafés sind an die World Café Methode angelehnt. Dabei tauschen sich kleine Gruppen ca. 45 Minuten zu einem Thema aus und notieren die Ergebnisse direkt auf der Tischdecke. Danach wechselt die Gruppe und das Gespräch baut auf die Ergebnisse von der Tischdecke auf. Nach dem dritten Durchlauf trafen sich die Teilnehmer wieder im Plenum und die Ergebnisse der Cafés wurden zusammengefasst vorgestellt.
Der Austausch aller Gruppen war sehr intensiv und förderten eine Vielzahl wichtiger Ergebnisse. Diese sollen nun in einem Positionspapier erfasst und dann veröffentlicht werden.

Prof. Lohmann kündigte zum Abschluss an, dass dieser Workshop der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zur Pflege 4.0 war. Das Feedback der Teilnehmer war durchweg positiv und auf die Frage zur Bewertung der Veranstaltung, gab es reichlich „Daumen hoch“.

 


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