Lean Nursing: Von der „arzt-orientierten“ zur „patienten-orientierten“ Organisation

Die deutschen Krankenhäuser sind in der Regel ärzte-orientierte Organisationen mit allen historisch gewachsenen Vorteilen, die zu dieser Struktur geführt haben, jedoch auch mit allen, heute nicht mehr zeitgemäßen Nachteilen. Dazu gehören die oftmals energisch verteidigten Königreiche der medizinischen Fachexperten. Vor lauter Expertise  verliert sich dabei nicht selten der Focus vom übergreifenden, patientenorientierten Prozess auf das eigene Interesse der Fachabteilungen.

Die absolute Ausrichtung auf den Patienten bedeutet eine Ausrichtung auf die Wertschöpfung

Alle Prozesse und Produkte, die dem Patienten einen Nutzen bringen, sind wertschöpfend. Dabei gibt es sicher Aktivitäten (z.B. Dokumentation), die nicht unmittelbar wertschöpfend sind, aber für die Organisation zur Erbringung der Wertschöpfung zwingend notwendig sind. Diese Leistungen sind wertunterstützend. Alles andere ist Verschwendung und sollte konsequent eliminiert werden.
Nicht selten entsteht tag-2diese Verschwendung aus der Arzt-Orientierung. Ob flexible oder mehrfache Visiten, spät geschriebene Arztbriefe oder Adhoc-Abrufe zu Untersuchungen. Viele Dinge führen zu wiederholten Unterbrechungen der Pflegefachkräfte und zu Wartezeiten beim Patienten. Ein Umdenken und Handeln aus der Sicht des Patienten, kann sehr schnell zeigen, wo Verschwendung entsteht und bietet multiple Ansätze zu Verbesserungen. Diese führt zu einer ganzheitlichen Betrachtung und Optimierung von Patientenprozessen, aber auch zu einer kritischen Betrachtung von vorhandenen IT-Systemen.
Nicht selten zwingen gerade nicht-mobile und nicht-prozessorientierte IT-Systeme zu einer dezentralen Doppel- und Nachdokumentation, sowie einer wenig transparenten und teilgeplanten Pflege. Dies zieht meist eine variable, fragmentierte und gestresste, pflegerische Versorgung nach sich und erhöht damit das Fehlerrisiko.

In der Praxis lässt sich das Thema vielfältig angehen. Wir nutzen in unserer Lean Nursing Methode bewährte und agile Methoden des Prozessmanagements und der Analyse der vorhandenen IT-Systeme. Zudem werden die so optimierten, pflegerischen Prozesse mit unserer Pflege-Expertensoftware „CareIT Pro“ nachhaltig unterstützt. Dabei folgt die Software konsequent dem optimierten Pflegeprozess und automatisiert viele Dokumentationsaufgaben der Pflegefachkräfte. Das Modul „CareIT One“ richtet sich zudem an den Patienten. Damit können dem Patienten leicht verständliche und von der Pflegedokumentation automatisch, abgeleitete Informationen und auch Planungsdaten bereitgestellt werden. Der Zugriff durch den Patienten darauf kann sicher mittels Tablet oder Smartphone erfolgen.14-craeit-one Aber auch die Zufriedenheit des Patienten kann regelmäßig und einfach darüber abgefragt und der Pflege auch einem Dashboard visualisiert werden. So können Qualitätsprobleme zeitnah erkannt und unmittelbar reagiert werden.

Eine konsequente Patientenorientierung und Lean Nursing führt nicht nur zu einer hohen Patientenzufriedenheit, sie erhöht auch die Sicherheit, Qualität der Pflege und die Mitarbeiterzufriedenheit.
Alles Theorie? Nein! In den amerikanischen und Schweizer Kliniken, die bereits nach den Lean Management Methoden arbeiten, wird dies regelmäßig nachgewiesen.

„Der Patient zuerst!“ – bedeutet oft eine extreme Veränderung des Gewohnten. Viele Kliniken nutzen bereits unbewußt, vereinzelte Lean-Methoden und steigern so die Effizienz und Qualität.

Warum dies auch die Pflegefachkräfte entlastet, wird im nächsten Teil aufgezeigt.

Pflege 4.0 – Ein schlechter Pflegeprozess der digitalisiert wird, ist ein schlechter, digitaler Prozess! | Teil 3

prozesse-2Lean Nursing (agile Pflege) bezeichnet die Gesamtheit aller Methoden und Werkzeuge zur effizienten und wertschöpfenden beruflichen Pflege, die auf eine Ableitung und Weiterentwicklung des Lean Managements bzw. – Hospital basieren.

Sie verfolgt das Ziel mit weniger Arbeit mehr kosteneffiziente, standardisierte, hochqualitative, motivierende und patientenorientierte Pflege zu leisten.

Entstanden sind die Methoden des Lean Managements seit Mitte des 20. Jahrhunderts bei dem japanischen Automobilhersteller Toyota, dem es auf diese Weise gelungen ist, stabile Prozessorganisationen zu gestalten, ein hohes Qualitätsniveau zu erreichen und die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Seit 2001 haben auch zunehmend Krankenhäuser in den USA begonnen, diese Methoden erfolgreich zu übernehmen und als Lean Hospital zu organisieren. Dort liegt der Schwerpunkt auf die Verschlankung und Standardisierung der Klinikprozesse, der Führung vor Ort mit tagesaktuellen Kennzahlen und die permanentente Verbesserung. Allerdings werden viele der unterstützenden Werkzeuge in der analogen Welt (z.B. Whiteboards) abgebildet.

Das NursIT Institute hat die Lean Hospital-Methoden auf die professionelle Pflege als Lean Nursing adaptiert und weiterentwickelt. Zudem werden diese Methoden nachhaltig durch die smarte Pflege-Expertensoftware „CareIT Pro“ unterstützt.

Die Lean Nursing – Methode basiert im Wesentlichen auf die folgenden 7 Prinzipien:

  • Absolute Patientenorientierung
  • Verschwendungsfreie Prozesse
  • Bedarfsgesteuerte Leistungserbringung
  • Führung vor Ort und mit Kennzahlen
  • Aufbau der Kompetenzen der Mitarbeitenden
  • Wertschöpfender Einsatz innovativer Technologien
  • Kontinuierliche Verbesserung

In den nächsten Beiträgen werden wir diese Prinzipien des Lean Nursing näher beschreiben.

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Auch das Arbeitsumfeld der Pflegefachkräfte hat maßgebenden Einfluß auf einen erfolgreichen Technologieeinsatz für die Pflege. Nicht nur das in zwei Drittel der Kliniken keine Funknetzwerke zur Verfügung stehen. Auch die Belastung der Pflegefachkräfte mit Dokumentation, Organisation, Suche und Administration nimmt heute den größten Anteil an der täglichen Arbeit ein. Neuesten Untersuchungen zur Folge, führt die Pflege heute nur noch 20 – 40% ihrer Arbeitszeit Tätigkeiten am Patienten aus. Betrachtet man den Fachkräftemangel von aktuell schon 60.000 Pflegefachkräfte und dass eine Pflegekraft heute durchschnittlich 10 Patienten versorgt, wird klar, dass schon heute nicht genügend Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung steht. Und da wundert es nicht, wenn über die Hälfte der Pflegekräfte auf die Frage, welche Tätigkeiten sie bei Zeitnot auslassen würden, die Erstellung und Aktualisierung der Pflegeplanung angeben. Und so sieht auch die Realität in den meisten Kliniken aus. Eine wirkliche, für alle Patienten individuell erstellte Pflegeplanung findet man kaum irgendwo.

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Dafür finden sich allerdings viele, variable Versorgungsprozesse. So wechselt unter Umständen täglich die zuständige Pflegefachkraft, aber damit auch die Art, wie der Patient versorgt wird. Pfleger Jan unterstützt beim Waschen und Essen, Schwester Eva übernimmt dies komplett und Pflegerin Sophia meint, dass der Patient doch alles allein könnte. Spätestens am 3. Tag merkt dann auch der Patient, dass die versorgenden Pflegefachkräfte ohne Plan arbeiten. Dies senkt die Pflegequalität und Patientensicherheit und ist zudem noch teuer. Angemerkt sei jedoch, dass die meisten Pflegefachkräfte so sicher auch nicht arbeiten möchten, es fehlt aber an den richtigen, unterstützenden Werkzeugen und satt und sauber geht immer vor. Daher stellt die Pflege 4.0 mit den agilen Methoden der Lean-Nursing eine Chance dar, diesen Konflikt wirklich aufzulösen.

Pflege 4.0 – ein Reifegrad digitaler Prozesse und Technologien in der Pflege

Der Begriff der Pflege 4.0 wird derzeit in der „Gesundheitsszene“ im gleichen Atemzug mit der Medizin 4.0 und Gesundheit 4.0 genannt. Einige glauben, dass diese Begriffe an die deutsche Erfindung der Industrie 4.0 angelehnt sind und verstehen darunter das Industriezeitalter der Digitalisierung. In anderen Ländern orientiert man sich dabei aber eher am Web 4.0-Ansatz und leitet davon Parallelen für die Gesundheit 4.0 ab.

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Wir verstehen unter Pflege 4.0 einen Reifegrad für den Einsatz innovativer Technologien zur optimalen Unterstützung schlanker, pflegerischer Prozesse (Lean Nursing). Das NursIT Institute hat dafür die Methoden des Lean Hospital für die Pflege konsequent weitergedacht und digitale Werkzeuge und neue Methoden zur Unterstützung von Lean Nursing entwickelt. Diese Methodik optimiert und unterstützt pflegerische Workflows, durch die Verschlankung zugrunde liegender Prozesse und Bereitstellung unterstützender Softwaretools, wie beispielsweise die Pflege-Expertensoftware CareIT Pro. Die Software unterstützt dabei u.a. die Lean-Prinzipien der verschwendungsfreien Prozesse, Patientenorientierung, der bedarfsorientierten Leistungserbringung, sowie der Führung mittels Kennzahlen.

Im dritten Teil erhalten Sie einen Überblick zur Lean-Nursing-Methode.

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

„Es genügt eben nicht, dass Technik gut funktioniert. Sie muß auch in die Welt passen.“

Es steckt nicht nur eine allgemeingültige Wahrheit in diesem Zitat von Gero von Randow, sondern passt auch sehr genau zu der größten Berufsgruppe des Gesundheitswesens – der professionellen Pflege. Denn die Pflegefachkräfte sind heute häufig im Privatem, z.B. mit Smartphones, besser digitalisiert, als in ihrem beruflichen Umfeld.
Aber woran liegt dies?
Es gibt doch heute schon viele, hilfreiche Technologien. Passen diese nicht in die Welt der professionellen Pflege?
Und welche Besonderheiten muss man über die berufliche Pflege kennen, um innovative Technologie erfolgreich in die Arbeitsprozesse der Pflegefachkräfte zu integrieren?
Dieser Artikel soll darauf Antworten geben, sowie unser Verständnis von Pflege 4.0 aufzeigen und dies mit einigen Beispielen aus unserer Praxis veranschaulichen.

Berufliche Pflege – die (un-)bekannte, größte Berufsgruppe in Gesundheitswesen

pflegeBeim Thema Pflege 4.0 sollte man zunächst die dahinterstehende Berufsgruppe der professionellen Pflege genauer kennenlernen. Leider führt der Gedanke an Krankenschwestern und Krankenpfleger sehr oft zu durch die Medien geprägten Bildern der Pflege. Aber Schwester Stefanie, Nicola oder Pfleger Micha haben nur wenig mit der realen Welt der beruflichen Pflege zu tun. Die Aufgaben der Pflegefachkräfte sind viel komplexer und daher finden sich auch vielfältige Definitionen zu diesem Thema. Ein Beispiel wäre: „Professionelle Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor, und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien.[1]“.

Noch interessanter ist jedoch die Sicht der Pflege- und Arbeitswissenschaftler auf die berufliche Pflege. Sie definieren die berufliche Pflege als eine im Kern hochgradige, situations- und kontextgebundene Beziehungsarbeit. Dabei sind für die meisten Pflegefachkräfte rationale Zahlen, Daten und Fakten eher zweitrangig. Die Pflegefachkräfte haben in den letzten Jahrhunderten ihre Expertise für pflegerische Entscheidungen und Lösungen, vielmehr aus der ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung der jeweiligen, individuellen Pflegesituation verstanden. [Vgl. 2] Die Arbeit am Patienten ist das Wichtigste für die Pflegefachkräfte. Und dies erklärt auch die oft zitierte technologie-kritische Haltung der Pflege. Hat sie doch in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass ihre Präsenzzeit am Patienten immer mehr zu Gunsten einer zentralen Dokumentation am Computer im Stationszimmer abgenommen hat. Und diese Dokumentationsaufgaben waren zudem oft noch vermeintlich „pflegefremd“ für die Mediziner oder Abrechnung durchzuführen.

Das Selbstverständnis der Pflege als Arbeit am Patienten muss unbedingt als ein Faktor für einen erfolgreichen Einsatz von Technologien in der Pflege berücksichtigt werden.

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Gehört die Patientenedukation zu einer professionellen Pflege?

barabasa / 123RF Lizenzfreie BilderDie Beratung von Patienten durch die Pflegefachleute ist in den letzten Jahren zu einer Art Reizthema geworden. Oft wird mit dem Verweis auf Zeitmangel der Pflege dieses Thema nur niedrig priorisiert. Faktisch sind aber die Pflegexperten oft nicht für die professionelle Beratung chronisch kranker oder selbstpflege-eingeschränkter Menschen ausgebildet.

Was versteht man unter Patientenedukation?

Patientenedukation ist ein Set geplanter Aktivitäten zur Verbesserung des Gesundheitsstatus oder Gesundheitsverhaltens eines Patienten oder beides zusammen, nicht aber ausschließlich zur Verbesserung des Wissenszustandes [1]„

Diese geplanten Aktivitäten können dabei die Information, Beratung, Moderation und Schulung von Patienten umfassen.
Patientenedukation wird von Pflegefachleuten bis dato nur ungenügend umgesetzt. Patienten werden oft ohne System und zufällig angeleitet, die Tätigkeit der Edukation wird kaum kommuniziert oder dokumentiert. Patienten erhalten somit häufig Beratung oder Schulung ohne ein strukturiertes Konzept, auch eine Evaluierung kann somit kaum erfolgen. [2]

Spannendes Ergebnis der Twitter-Umfrage

Eine kleine Umfrage von uns auf Twitter hat gezeigt, dass 91% der Pflegefachleute das Thema schon bei sich sehen. Also müssen hier sicher noch mehr Konzepte und Fortbildungen angeboten werden. Denn schließlich ist dies auch ein Teil der Professionalität der Pflegefachleute.

NursIT bietet für ausgewählte Präventionsthemen fertige Konzepte und Pakete inklusive der Schulung zurPatientenedukation an. Ein Beispiel dafür ist das A.E.R.A.-Konzept in dem sowohl Patienten und Mitarbeiter zum Thema Sturzprävention sensibilisiert werden.

 

[1] Lorig, 2001

[2] Vgl. Angelika Obmascher, Was bringt Patientedukation?, Innsbruck, 2012

Die Fusion von Hightech-Kamera und Pflege-Expertensoftware …

xotonicmedIn wenigen Wochen eröffnet in Berlin die deutsche Health-IT-Messe conhIT. Das NursIT Institute wird dort in diesem Jahr neue, innovative Produkte und Projekte für die Pflege vorstellen. Ein besonderes, innovatives Projekt ist aus der Kooperation mit der XotonicsMed entstanden.

Die XotonicsMed stellt neuartige, medizinische Kameras für den OP und den Einsatz auf den Stationen her. Diese Geräte sind eine Mischung aus Tablett-PC und Hightech-Kamera und finden u.a. ihren Einsatz in der Fotodokumentation der Pflege. Der Clou ist ein integrierter Laser, der vor dem auslösen der Cam ein Gitter projiziert und so eine Vermessung z.B. von Wunden erlaubt. Wir haben unsere Software an die Kamera angepasst und bieten damit ein komplettes Pflege-Expertensystem, welches auf der medizinischen Cam viele zusätzliche Funktionen für die Pflegefachkräfte (u.a. für das Wundmanagement) am Point of Care zur Verfügung stellt. Alle am Patienten erhobenen Daten und Fotos werden unmittelbar in die führende Kliniksoftware übertragen und steht allen berechtigten Anwender direkt zur Verfügung.

Entdecken Sie die Möglichkeiten für die Pflegefachkräfte, die sich aus der innovativen Fusion von Hightech-Cam und Pflegesoftware der nächsten Generation ergeben. Besuchen Sie uns einfach auf der conhIT 2016 (Halle 1)!

NursIT und die roten Socken…

IMG_0362Woran haben Sie bei diesem Titel gedacht? An das Sturzrisiko von Patienten?
Fangen wir von vorn an.
Wir vom NursIT Institute sind aktuell in Las Vegas auf der größten Health-IT-Messe HIMSS 2016. Heute gab es ein großes Symposium für die Pflegeinformatik (Nursing Informatics). In einem Vortrag wurden die Möglichkeiten der Pflegeinformatik beschrieben, z.B. Stürze von Patienten zu reduzieren. Unter anderem erhalten die Patienten mit einem hohen Sturzrisiko dabei rote Socken. Und das posteten wir so bei Twitter.

In der Folge ergab sich eine kleine Diskussion über die roten Socken und ich versprach mehr dazu zu schreiben.
Dieses Versprechen löse ich hiermit ein, denn es passt super zu unserer Software CareIT Pro.
Das Prinzip funktioniert in aller Kürze so:
Der Patient wird mit einem geeigneten Assessment, in diesem Fall mittels Software, eingeschätzt. Wird nun ein hohes Sturz-Risiko festgestellt erhalten die Patienten eine kurze, pflegerische Aufklärung in Rahmen eines „patient education program“. Dabei wird ihm bewusst gemacht, wie sich das Sturzrisiko in der Klinik verringern lässt. Dazu werden auf den Stationen auch Poster mit Slogans wie „Call don’t fall“ (Klingeln und nicht stürzen) eingesetzt. Diese sollen dem Patienten zeigen, wie wichtig es ist, sich bei der Mobilisation helfen zu lassen. Und dazu bekommen die Patienten eben die besagten roten Socken an. Diese haben nicht nur Noppen um das Rutschen auf den Böden zu verringern. Sie dienen vielmehr als visuelle Erinnerung an das eigene, hohe Sturzrisiko des Patienten. Und dies nachweislich mit Erfolg. Diese Patienten bewegen sich eher vorsichtiger durch die Klinik und melden sich rechtzeitiger für Unterstützung.
Aber auch die Mitarbeiter der Klinik gehen mit diesen Patienten anders um. Alle Mitarbeiter sind auf Patienten mit „roten Socken“ geschult und halten ein Auge darauf, wenn diese Patienten an ihnen vorbei „spazieren“. So können diese Patienten schnell unterstützt werden, wenn das Fallen droht.
Kurz: Sieht der Patient seine roten Socken, denkt er daran besser zu klingeln und nicht allein loszulaufen. Oder aber vorsichtig zu sein.
Sieht der Mitarbeiter die roten Socken, wird er diesen Patienten mein Gehen beobachten und gegebenenfalls unterstützen. Und nicht pflegerische Mitarbeiter informieren frühzeitig die Pflegefachkräfte.
Mit diesen Maßnahmen konnten die Stürze in der betreffenden Klinik um zwei Drittel reduziert werden.
Ein spannendes Konzept für mehr Patientensicherheit! Mit unserer Software CareIT Pro lässt sich u.a. das Sturzrisiko sicher bestimmen und neue Sturzereignisse monitoren. Außerdem erzeugt die Software eine individuelle Patienteninformation mit allen wichtigen Informationen und Mitwirkungsmöglichkeiten für den Patienten bzw. seine Angehörigen. Was wir nicht haben sind die roten Socken 😉
Wir hätten aber Interesse dieses Konzept in Deutschland zu testen. Wenn es sie auch interessiert – einfach bei uns melden. Wir bringen die Software mit und besorgen auch die Socken (z.B. hier http://tinyurl.com/zbk3qdz ).

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