Expertengipfel „Pflege 4.0“ im UKE – Es (muss) wird sich vieles für die Pflege ändern

Expertengipfel „Pflege 4.0“ im UKE – Es (muss) wird sich vieles für die Pflege ändern

Der Festsaal des Hamburger Uniklinikum in Eppendorf öffnete am Donnerstag für eine besondere Veranstaltung seine Pforten. Das UKE, die Initiative Gesundheitswirtschaft und das NursIT Institute luden zum ersten Workshop „Pflege 4.0: Patientenorientierte Versorgung durch digitale Prozesse“. Und der Einladung folgten u.a. Experten aus der Pflege, den Krankenkassen und der Gesundheitswirtschaft.

Prof. Heinz Lohmann (Lohmann konzept) startete mit der Einführung in die Veranstaltung und den Einblick in die sich verändernden Prozesse im Gesundheitswesen.

 

Im anschließenden Impulsvortrag zeigte Joachim Prölß (Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Vorstand UKE) die Herausforderungen und Schmerzpunkte für die Pflege auf. Seine 7 Herausforderungen erstreckten sich vom Fachkräftemangel bis hin zur Hygiene.
Guido Burkhardt (Geschäftsführer, Fa. qhit) zeigte in seinem appellierenden Vortrag, wie die Pflege in anderen Ländern mit dem sich verändernden Arbeitsumfeld umgeht.

„Anerkennung kommt von Erkennen. Solange Pflegefachleute sich nicht als Fachleute zu erkennen geben und sich stets klein machen – solange werden sie auch keine echte Anerkennung erfahren!“

Im letzten Impulsvortrag ging Heiko Mania (Geschäftsführer, NursIT Institute) auf die Pflege 4.0 in einer Begriffsbestimmung und die Möglichkeiten durch ein Pflege-Expertensystem (wie CareIT Pro) ein.
„Technologie allein wird die Pflege nicht ausreichend unterstützen. Sie muss auf schlanke, strukturierte Prozesse basieren und von Technologie-kompetenten Anwendern bedient werden. In jedem Fall muss sie aber einen klaren Nutzen für den Patienten und die Pflegefachleute aufweisen!“

Im Anschluss starteten die drei InnovationsCafés mit den Themenbereichen Prozess, Technologie und Kompetenz. Die InnovationsCafés sind an die World Café Methode angelehnt. Dabei tauschen sich kleine Gruppen ca. 45 Minuten zu einem Thema aus und notieren die Ergebnisse direkt auf der Tischdecke. Danach wechselt die Gruppe und das Gespräch baut auf die Ergebnisse von der Tischdecke auf. Nach dem dritten Durchlauf trafen sich die Teilnehmer wieder im Plenum und die Ergebnisse der Cafés wurden zusammengefasst vorgestellt.
Der Austausch aller Gruppen war sehr intensiv und förderten eine Vielzahl wichtiger Ergebnisse. Diese sollen nun in einem Positionspapier erfasst und dann veröffentlicht werden.

Prof. Lohmann kündigte zum Abschluss an, dass dieser Workshop der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zur Pflege 4.0 war. Das Feedback der Teilnehmer war durchweg positiv und auf die Frage zur Bewertung der Veranstaltung, gab es reichlich „Daumen hoch“.

 

Die Pflege als wichtiger Baustein der Krankenhausorganisation :: KOS Event Schweiz

Die Pflege als wichtiger Baustein der Krankenhausorganisation :: KOS Event Schweiz

IMG_2211Vorbei an Bananenpalmen, erntereifen Drachenfrüchten und grünen Papaya mussten die Teilnehmer des ersten Schweizer KOS-Events gestern gehen, um sich im „Dschungelcamp“ über die aktuellste Entwicklung im eHealth-Markt zu informieren. Die Initiative „Scheduling Healthcare“ lud Vertreter Schweizer Kliniken ins Tropenhaus Wolhusen zu diesem tropischen Update ein.

Auch das NursIT Institute gab dort sein Debüt, mit der mehrfach ausgezeichneten Pflege-Expertensoftware CareIT Pro, auf dem Schweizer Spitalmarkt.
Heiko Mania, geschäftsführender Gesellschaft, steigt mit der Philosophie der NursIT in seinen Vortrag ein: „Wir wollen die Pflegefachleute von Dokumentationserstellern zu Dokumentationsnutzern machen. Die Pflegedokumentation soll also durch smarte Technologien automatisch erzeugt werden.“.
Aber auch die Potentiale als Teil eines Klinik-Organisationssystems bewertet er als sehr hoch. Denn Pflegemaßnahmen können dadurch in Echtzeit mit anderen klinischen Terminen des Patienten priorisiert und automatisch koordiniert werden. So wird die Fraktionierung der Pflegeprozesse deutlich minimiert und auch Wartezeiten für den Patienten erheblich reduziert.
In der Verknüpfung mit der smarten Personaleinsatzplanung der Fa. Allocate, können zudem Informationen zur Pflegeintensität der Stationen und aktuelle bzw. geplante Interventionen, sowie die Betrachtung von historischen Daten, einen prognostizierten Ressourcen-Bedarf aufzeigen. Dieser kann dann durch verschiedene Services von den Pflegekräften selbst organisiert werden.
Aber auch eine DRG-konforme und auf Selbstpflegefähigkeiten basierte Patientenflusssteuerung wird mit dem KOS möglich.
IMG_2204„Dabei arbeiten zudem hoch-innovative und intelligente Softwaresysteme unter der Haube des Klinik-Organisationssystems. “; erklärt Guido Burckhardt, einer der Initiatoren von Scheduling Healthcare und Geschäftsführer der Firma qhit. Insbesondere bezieht er sich dabei auf das nagelneue Ressourcenmanagementsystem HiveMed der Firma MedSolv und das klinische Process Management Cockpit der Fa. Spare.

Mit den Erfahrungen erster begonnener Projekte in der Schweiz und Deutschland, konnten die Teilnehmer mehr über die Möglichkeiten und Potentiale einer solchen Organisationslösung erfahren. Die interessanten Gespräche und positiven Feedbacks zeigen, dass ein großes Interesse der Spitäler gegeben ist.

Können ChatBots für die Pflege nützlich sein?

chatbotnursbeeBis die ersten, humanoiden Roboter in der Pflege regulär ihren Dienst antreten, wird es sicher noch ein wenig dauern. Aber schon heute haben wir es gelegentlich mit Ro(bots) zu tun. Denn viele Messenger (Whatsapp, Facebook etc.) erlauben schon heute das Einbinden von „Nachrichen-Roboter“, sogenannte Chatbots.

Ich habe mir die Frage gestellt, ob die Chatbots einen Nutzen in der Pflege haben könnten. Und mir fielen spontan vielerlei Anwendungsmöglichkeiten ein. So habe ich mich direkt an die Erstellung eines Demo-Bots gemacht. Diesen, von mir „NursBee“ genannten, Chatbot kann jeder über den Facebook-Messenger erreichen, wenn er an das NursIT Institute eine Nachricht schreibt oder diesen Link https://m.me/669848266450137 aufruft. Und damit kann man die (zugegeben noch bescheidenen) Möglichkeiten einfach selbst testen.

Beispiel: Patientenaufnahme

Ein Patient soll heute bei Ihnen aufgenommen werden. Von unterwegs schreibt er Sie (das Krankenhaus) via Facebook an.

Patient: Wo kann ich bei Ihnen parken?

Der Chatbot zeigt ihm Anfahrtsinformationen oder einen reservierten Parkplatz an.

Patient: Was muss ich in die Klinik mitnehmen?

Der Chatbot führt den Patienten nun zu einer Checkliste für die Aufnahme in die Klinik.

Auch für eine Abfrage der Patientenzufriedenheit lässt sich ein ChatBot gut nutzen. Und dies ist nur ein Anfang. Wenn man in ein sicheres, verschlüsseltes oder klinik-eigenes Messenger-System einen Pflege-ChatBot einbindet, lassen sich auch pflegerische Routine-Informationen, wie die Schmerzskala oder andere Parameter abfragen und erfassen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dies der Generation „Smartphone“ als Alternative entgegenkommt und den Patienten so stärker in die Prozesse einbindet. In jedem Fall kann ein ChatBot die Anzahl von Nachfragen und Anrufen reduzieren, da die Informationen quasi auf Abruf bereitgestellt werden.

Was meinen Sie? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Lean Nursing: Von der „arzt-orientierten“ zur „patienten-orientierten“ Organisation

Die deutschen Krankenhäuser sind in der Regel ärzte-orientierte Organisationen mit allen historisch gewachsenen Vorteilen, die zu dieser Struktur geführt haben, jedoch auch mit allen, heute nicht mehr zeitgemäßen Nachteilen. Dazu gehören die oftmals energisch verteidigten Königreiche der medizinischen Fachexperten. Vor lauter Expertise  verliert sich dabei nicht selten der Focus vom übergreifenden, patientenorientierten Prozess auf das eigene Interesse der Fachabteilungen.

Die absolute Ausrichtung auf den Patienten bedeutet eine Ausrichtung auf die Wertschöpfung

Alle Prozesse und Produkte, die dem Patienten einen Nutzen bringen, sind wertschöpfend. Dabei gibt es sicher Aktivitäten (z.B. Dokumentation), die nicht unmittelbar wertschöpfend sind, aber für die Organisation zur Erbringung der Wertschöpfung zwingend notwendig sind. Diese Leistungen sind wertunterstützend. Alles andere ist Verschwendung und sollte konsequent eliminiert werden.
Nicht selten entsteht tag-2diese Verschwendung aus der Arzt-Orientierung. Ob flexible oder mehrfache Visiten, spät geschriebene Arztbriefe oder Adhoc-Abrufe zu Untersuchungen. Viele Dinge führen zu wiederholten Unterbrechungen der Pflegefachkräfte und zu Wartezeiten beim Patienten. Ein Umdenken und Handeln aus der Sicht des Patienten, kann sehr schnell zeigen, wo Verschwendung entsteht und bietet multiple Ansätze zu Verbesserungen. Diese führt zu einer ganzheitlichen Betrachtung und Optimierung von Patientenprozessen, aber auch zu einer kritischen Betrachtung von vorhandenen IT-Systemen.
Nicht selten zwingen gerade nicht-mobile und nicht-prozessorientierte IT-Systeme zu einer dezentralen Doppel- und Nachdokumentation, sowie einer wenig transparenten und teilgeplanten Pflege. Dies zieht meist eine variable, fragmentierte und gestresste, pflegerische Versorgung nach sich und erhöht damit das Fehlerrisiko.

In der Praxis lässt sich das Thema vielfältig angehen. Wir nutzen in unserer Lean Nursing Methode bewährte und agile Methoden des Prozessmanagements und der Analyse der vorhandenen IT-Systeme. Zudem werden die so optimierten, pflegerischen Prozesse mit unserer Pflege-Expertensoftware „CareIT Pro“ nachhaltig unterstützt. Dabei folgt die Software konsequent dem optimierten Pflegeprozess und automatisiert viele Dokumentationsaufgaben der Pflegefachkräfte. Das Modul „CareIT One“ richtet sich zudem an den Patienten. Damit können dem Patienten leicht verständliche und von der Pflegedokumentation automatisch, abgeleitete Informationen und auch Planungsdaten bereitgestellt werden. Der Zugriff durch den Patienten darauf kann sicher mittels Tablet oder Smartphone erfolgen.14-craeit-one Aber auch die Zufriedenheit des Patienten kann regelmäßig und einfach darüber abgefragt und der Pflege auch einem Dashboard visualisiert werden. So können Qualitätsprobleme zeitnah erkannt und unmittelbar reagiert werden.

Eine konsequente Patientenorientierung und Lean Nursing führt nicht nur zu einer hohen Patientenzufriedenheit, sie erhöht auch die Sicherheit, Qualität der Pflege und die Mitarbeiterzufriedenheit.
Alles Theorie? Nein! In den amerikanischen und Schweizer Kliniken, die bereits nach den Lean Management Methoden arbeiten, wird dies regelmäßig nachgewiesen.

„Der Patient zuerst!“ – bedeutet oft eine extreme Veränderung des Gewohnten. Viele Kliniken nutzen bereits unbewußt, vereinzelte Lean-Methoden und steigern so die Effizienz und Qualität.

Warum dies auch die Pflegefachkräfte entlastet, wird im nächsten Teil aufgezeigt.

Pflege 4.0 – Ein schlechter Pflegeprozess der digitalisiert wird, ist ein schlechter, digitaler Prozess! | Teil 3

prozesse-2Lean Nursing (agile Pflege) bezeichnet die Gesamtheit aller Methoden und Werkzeuge zur effizienten und wertschöpfenden beruflichen Pflege, die auf eine Ableitung und Weiterentwicklung des Lean Managements bzw. – Hospital basieren.

Sie verfolgt das Ziel mit weniger Arbeit mehr kosteneffiziente, standardisierte, hochqualitative, motivierende und patientenorientierte Pflege zu leisten.

Entstanden sind die Methoden des Lean Managements seit Mitte des 20. Jahrhunderts bei dem japanischen Automobilhersteller Toyota, dem es auf diese Weise gelungen ist, stabile Prozessorganisationen zu gestalten, ein hohes Qualitätsniveau zu erreichen und die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Seit 2001 haben auch zunehmend Krankenhäuser in den USA begonnen, diese Methoden erfolgreich zu übernehmen und als Lean Hospital zu organisieren. Dort liegt der Schwerpunkt auf die Verschlankung und Standardisierung der Klinikprozesse, der Führung vor Ort mit tagesaktuellen Kennzahlen und die permanentente Verbesserung. Allerdings werden viele der unterstützenden Werkzeuge in der analogen Welt (z.B. Whiteboards) abgebildet.

Das NursIT Institute hat die Lean Hospital-Methoden auf die professionelle Pflege als Lean Nursing adaptiert und weiterentwickelt. Zudem werden diese Methoden nachhaltig durch die smarte Pflege-Expertensoftware „CareIT Pro“ unterstützt.

Die Lean Nursing – Methode basiert im Wesentlichen auf die folgenden 7 Prinzipien:

  • Absolute Patientenorientierung
  • Verschwendungsfreie Prozesse
  • Bedarfsgesteuerte Leistungserbringung
  • Führung vor Ort und mit Kennzahlen
  • Aufbau der Kompetenzen der Mitarbeitenden
  • Wertschöpfender Einsatz innovativer Technologien
  • Kontinuierliche Verbesserung

In den nächsten Beiträgen werden wir diese Prinzipien des Lean Nursing näher beschreiben.

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2

Auch das Arbeitsumfeld der Pflegefachkräfte hat maßgebenden Einfluß auf einen erfolgreichen Technologieeinsatz für die Pflege. Nicht nur das in zwei Drittel der Kliniken keine Funknetzwerke zur Verfügung stehen. Auch die Belastung der Pflegefachkräfte mit Dokumentation, Organisation, Suche und Administration nimmt heute den größten Anteil an der täglichen Arbeit ein. Neuesten Untersuchungen zur Folge, führt die Pflege heute nur noch 20 – 40% ihrer Arbeitszeit Tätigkeiten am Patienten aus. Betrachtet man den Fachkräftemangel von aktuell schon 60.000 Pflegefachkräfte und dass eine Pflegekraft heute durchschnittlich 10 Patienten versorgt, wird klar, dass schon heute nicht genügend Zeit für die Patientenversorgung zur Verfügung steht. Und da wundert es nicht, wenn über die Hälfte der Pflegekräfte auf die Frage, welche Tätigkeiten sie bei Zeitnot auslassen würden, die Erstellung und Aktualisierung der Pflegeplanung angeben. Und so sieht auch die Realität in den meisten Kliniken aus. Eine wirkliche, für alle Patienten individuell erstellte Pflegeplanung findet man kaum irgendwo.

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Dafür finden sich allerdings viele, variable Versorgungsprozesse. So wechselt unter Umständen täglich die zuständige Pflegefachkraft, aber damit auch die Art, wie der Patient versorgt wird. Pfleger Jan unterstützt beim Waschen und Essen, Schwester Eva übernimmt dies komplett und Pflegerin Sophia meint, dass der Patient doch alles allein könnte. Spätestens am 3. Tag merkt dann auch der Patient, dass die versorgenden Pflegefachkräfte ohne Plan arbeiten. Dies senkt die Pflegequalität und Patientensicherheit und ist zudem noch teuer. Angemerkt sei jedoch, dass die meisten Pflegefachkräfte so sicher auch nicht arbeiten möchten, es fehlt aber an den richtigen, unterstützenden Werkzeugen und satt und sauber geht immer vor. Daher stellt die Pflege 4.0 mit den agilen Methoden der Lean-Nursing eine Chance dar, diesen Konflikt wirklich aufzulösen.

Pflege 4.0 – ein Reifegrad digitaler Prozesse und Technologien in der Pflege

Der Begriff der Pflege 4.0 wird derzeit in der „Gesundheitsszene“ im gleichen Atemzug mit der Medizin 4.0 und Gesundheit 4.0 genannt. Einige glauben, dass diese Begriffe an die deutsche Erfindung der Industrie 4.0 angelehnt sind und verstehen darunter das Industriezeitalter der Digitalisierung. In anderen Ländern orientiert man sich dabei aber eher am Web 4.0-Ansatz und leitet davon Parallelen für die Gesundheit 4.0 ab.

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Wir verstehen unter Pflege 4.0 einen Reifegrad für den Einsatz innovativer Technologien zur optimalen Unterstützung schlanker, pflegerischer Prozesse (Lean Nursing). Das NursIT Institute hat dafür die Methoden des Lean Hospital für die Pflege konsequent weitergedacht und digitale Werkzeuge und neue Methoden zur Unterstützung von Lean Nursing entwickelt. Diese Methodik optimiert und unterstützt pflegerische Workflows, durch die Verschlankung zugrunde liegender Prozesse und Bereitstellung unterstützender Softwaretools, wie beispielsweise die Pflege-Expertensoftware CareIT Pro. Die Software unterstützt dabei u.a. die Lean-Prinzipien der verschwendungsfreien Prozesse, Patientenorientierung, der bedarfsorientierten Leistungserbringung, sowie der Führung mittels Kennzahlen.

Im dritten Teil erhalten Sie einen Überblick zur Lean-Nursing-Methode.

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

Pflege 4.0 – Erfolgsfaktoren für innovative Technologien in der Pflege | Teil 1

„Es genügt eben nicht, dass Technik gut funktioniert. Sie muß auch in die Welt passen.“

Es steckt nicht nur eine allgemeingültige Wahrheit in diesem Zitat von Gero von Randow, sondern passt auch sehr genau zu der größten Berufsgruppe des Gesundheitswesens – der professionellen Pflege. Denn die Pflegefachkräfte sind heute häufig im Privatem, z.B. mit Smartphones, besser digitalisiert, als in ihrem beruflichen Umfeld.
Aber woran liegt dies?
Es gibt doch heute schon viele, hilfreiche Technologien. Passen diese nicht in die Welt der professionellen Pflege?
Und welche Besonderheiten muss man über die berufliche Pflege kennen, um innovative Technologie erfolgreich in die Arbeitsprozesse der Pflegefachkräfte zu integrieren?
Dieser Artikel soll darauf Antworten geben, sowie unser Verständnis von Pflege 4.0 aufzeigen und dies mit einigen Beispielen aus unserer Praxis veranschaulichen.

Berufliche Pflege – die (un-)bekannte, größte Berufsgruppe in Gesundheitswesen

pflegeBeim Thema Pflege 4.0 sollte man zunächst die dahinterstehende Berufsgruppe der professionellen Pflege genauer kennenlernen. Leider führt der Gedanke an Krankenschwestern und Krankenpfleger sehr oft zu durch die Medien geprägten Bildern der Pflege. Aber Schwester Stefanie, Nicola oder Pfleger Micha haben nur wenig mit der realen Welt der beruflichen Pflege zu tun. Die Aufgaben der Pflegefachkräfte sind viel komplexer und daher finden sich auch vielfältige Definitionen zu diesem Thema. Ein Beispiel wäre: „Professionelle Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor, und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien.[1]“.

Noch interessanter ist jedoch die Sicht der Pflege- und Arbeitswissenschaftler auf die berufliche Pflege. Sie definieren die berufliche Pflege als eine im Kern hochgradige, situations- und kontextgebundene Beziehungsarbeit. Dabei sind für die meisten Pflegefachkräfte rationale Zahlen, Daten und Fakten eher zweitrangig. Die Pflegefachkräfte haben in den letzten Jahrhunderten ihre Expertise für pflegerische Entscheidungen und Lösungen, vielmehr aus der ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung der jeweiligen, individuellen Pflegesituation verstanden. [Vgl. 2] Die Arbeit am Patienten ist das Wichtigste für die Pflegefachkräfte. Und dies erklärt auch die oft zitierte technologie-kritische Haltung der Pflege. Hat sie doch in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass ihre Präsenzzeit am Patienten immer mehr zu Gunsten einer zentralen Dokumentation am Computer im Stationszimmer abgenommen hat. Und diese Dokumentationsaufgaben waren zudem oft noch vermeintlich „pflegefremd“ für die Mediziner oder Abrechnung durchzuführen.

Das Selbstverständnis der Pflege als Arbeit am Patienten muss unbedingt als ein Faktor für einen erfolgreichen Einsatz von Technologien in der Pflege berücksichtigt werden.

Pflege 4.0 – Lieber satt und sauber oder gut dokumentiert? | Teil 2


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