Wenn 1+1 mehr als 2 ist

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Allianz für eine innovative Unterstützung der Pflege

Fragt man Akteure aus dem Gesundheitsmarkt wie eine moderne Intensivstation aussieht, so haben diese in der Regel ein sehr klares Bild von Medizintechnik, Monitore und einem Bett in der Mitte vor Augen. Auch auf die Frage nach einem modernen Operationssaal bauen sich schnell klare Bilder in kundigen Köpfen zusammen. Doch wie sieht es mit einer Antwort auf die Frage nach einer modernen Pflege- oder Klinikstation aus? Hier fehlt es dann schnell an Kenntnissen und die Vorstellungskraft, wie eine solche intelligente, digitalisierte Station aussehen oder gar entlasten könnte.

Und genau so wenig, wie auf einer Intensivstation oder einem OP nur ein Anbieter für Technik, Organisation und Ambiente verantwortlich ist, kann auch eine moderne Station sicher nicht nur von einem Technologie-Anbieter realisiert werden. Doch eine antiquierte, monolithische Denkweise gepaart mit häufig wenig prozess-orientierten Lösungen prägten bisher die Gestaltung dieser Arbeitsbereiche der Pflegefachleute. Daher hat das NursIT Institute

im Oktober 2019 eine »Smart Nursing Alliance« initiiert. Die bisher schon 25 Firmen, Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen »Pflege« und »Technologie« haben dafür ihre Kompetenzen und Produkte zusammengebracht, um eine intelligente Station »Smart Ward« anzubieten, die die Pflegefachleute entlastet und den Patienten mit in die Versorgung einbezieht.

Zudem soll die Alliance gemeinsam die Hürden reduzieren, die bisher eine breite, erfolgreiche Umsetzung innovativer Pflegetechnologien im deutschen Gesundheitsmarkt gebremst haben.
Zu diesen gehört sicher an erster Stelle die Angst vor Schnittstellen und Inkompatibilität der Systeme untereinander, die jahrelang von den dominierenden KIS-Herstellern geschürt und
mit hohen Schnittstellenkosten verdeutlicht wurden. Aber auch hier unterliegt die Gesundheitstechnologie einem grundlegenden Wandel, den wir schon in vielen Lebensbereichen davor erleben konnten. Weg von »ich-kann-alles-Systemen« hin zu Plattformen, die sich einfach mit anderen Systemen und Produkten verbinden lassen und so einen deutlichen Mehrwert für den Anwender bietet. Das was wir beispielsweise vor Jahren auf dem eigenen Handy erlebt haben – der Handyhersteller liefert alle Funktionen aus einer Hand – ist heute mit der Vielfalt in den App-Stores undenkbar ge- worden. Eine ähnliche Schnittstellentechnologie existiert seit einigen Jahren auch für die Gesund- heitstechnologien. Mit »HL7 – FHIR« beispiels- weise können Systeme der Gesundheits- und Pflege- branche einfach durch den Anwender kombiniert und integriert werden. Um diese Möglichkeit auch in Deutschland zu fördern, werden die Produkte der Mitglieder der Smart Nursing Alliance mit diesen modernen Integrationstechnologien ausgestattet und nehmen die Anbindungsentscheidung aus den Händen einzelner System-Anbieter und geben diese an die Anwender zurück. Somit können Nutzer von Produkten mit »SNA-Siegel« stets darauf vertrauen, dass diese höchst interoperabel miteinander funktionieren.

Eine weitere, herausfordernde Hürde ist zudem
die Sichtbarkeit von innovativen, digitalen Pflegelösungen. Oft wissen die Anwender und Entscheider nur wenig darüber, welche Pflegetechnologien überhaupt im Markt verfügbar sind und welchen Mehrwert diese in den Pflegealltag bringen. Daher macht die Smart Nursing Alliance die Produkte, Dienstleistungen und Potenziale über verschiedenste Kanäle sichtbar und erlebbar. So zeigt die SNA sehr deutlich die Kosten- und Zeitersparnisse aller Produkte der Alliance auf und bietet interessierten Kunden individuelle Potenzialanalysen an.

So will die SNA ein Bewusstsein dafür schaffen, dass diese Pflegetechnologien nicht nur Geld kosten, sondern auch Kosten reduzieren und zusätzliche Erlöse generieren können. Zudem sollen die Pflegefachleute in Demo-Labs und Testinstallationen selbst erleben können, wie diese Technik den Pflegealltag erleichtern, verändern und dem Patienten zudem nützen können. Die Pflegesoftware careIT Pro (www.careIT.Pro) kann dabei beispielsweise in der Smart Nursing Alliance als eine digitale Pflegeprozess-Plattform fungieren, an der dann intelligenten Sensoren oder Softwaresysteme der SNA-Mitglieder automatisiert Daten liefern um durchgängige, digitalisierte Pflegeprozesse zu realisieren. Von einer automatischen Pflegeplanung bzw. -dokumentation, Wunddokumentation oder Vitalwert-Erfassung bis hin zu Schubladen im Pflegewagen, die sich beim richtigen Patienten automatisch öffnen, sind vielfältigste digitale Unterstützungsangebote durch die Smart Nursing Alliance möglich.

Natürlich müssen solche intelligenten Technologien auch von den Pflegefachleuten sicher angewendet und nachhaltig genutzt werden. Dafür bedarf es einer IT-Kompetenz dieser pflegerischen Anwender. Auch hier engagiert sich die Smart Nursing Alliance und bietet vielfältigste Trainings- und Seminar- Angebote zur Digitalisierung in der Pflege an.

So entsteht ein Angebot aus Technologie, Dienstleistungen, Prozessoptimierung und Ambiente, das als »Smart Ward« (www.Smart-Ward.com) ein attraktives und pflege-entlastendes Arbeitsumfeld bietet. Nicht nur Pflegetechnologie-Anbieter und Dienstleister sind in der Smart Nursing Alliance willkommen, auch Kliniken, Altenpflegeheime und Pflege- dienste können sich beteiligen, um gemeinsam das Arbeitsumfeld der Pflege nachhaltig zu prägen. ◆

»Wenn Spinnen vereint weben, können sie einen Löwen fesseln.«
Äthiopisches Sprichwort

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