Das erste Pflegeassessment, das sich an das Pflege-Setting anpasst

Zu den wesentlichsten Aufgaben und Kompetenzen in der beruflichen Pflege zählen sicherlich die Beobachtung, Einschätzung und Bewertung von pflegebezogenen bzw. pflegerelevanten Zuständen der Patienten bzw. Bewohner. 

Diese unterliegen stets subjektiven Gegebenheiten, wie Berufserfahrung oder spezialisierter Qualifikation der individuellen Pflegefachleute. Daher haben sich neben der Facheinschätzung auch eine Vielzahl von Einschätzungsinstrumenten zu speziellen pflegebezogenen Zuständen und auch Settings entwickelt. Diese sind dann teilweise im weiteren auch Bestandteile von Expertenstandards- oder Abrechnungsgrundlagen geworden. In der Folge müssen die Pflegefachleute heute eine Vielzahl von Instrumenten benutzen, um eine ganzheitliche und zudem systematische Einschätzung pflege- relevanter Zustände und Phänomene zu erhalten. Die Zahl der notwendigen Assessmentinstrumente kann schnell in einen zweistelligen Bereich gehen, da bestenfalls alle Lebensaktivitäten in einem entsprechenden Pflegesetting eingeschätzt werden sollten. 

Das Pflegeprozess-Repository
Das Pflegeprozess-Repository

Aus diesem Grund haben sich in den letzten Jahren auch komplexere, übergreifende Pflegeassessments entwickelt. Beispiele dafür sind das ergebnis- orientierte Pflegeassessments (ePA-CC) oder das Pflegerisches Basis-Assessment (BAss). Beide orientieren sich in ihren Ausprägungen an bestimmte Pflegesettings (Akutpflege, pädiatrische Pflege etc.). Auf dieser Entwicklung- und Funktionshistorie der Pflegeassessment-Instrumente basierend, von Einzel- zu Komplexassessments und den Rückmeldungen bzw. Erfahrungen der digitalen Nutzung aus der Praxis, hat das NursIT Institute nun das erste intelligente Meta-Pflegeassessment entwickelt.

SeMPA (Selbstversorgungs-Meta-Pflegeassessment) wurde konsequent auf die heutigen digitalen Möglichkeiten mit intelligenten Algorithmen, künstlicher Intelligenz und Prädiktion konzipiert, um den Anwendern automatisch im jeweiligen Pflegesetting die richtigen Kriterien zur Einschätzung der Patienten und Bewohner und die anschließenden Pflegeprozesse anzubieten. Dafür wurde zunächst das Pflegeprozess-Repository (PPRep) entwickelt und umgesetzt. In dieser PPRep–Datenbank wird pflegerisches Fachwissen und pflegerelevante, valide Instrumente in kleinste Informationseinheiten zerlegt, geordnet und klassifiziert. Zudem werden pflegerische Logiken und Regeln zu den gespeicherten Informationen, als Pflegeprozesseinheiten hinterlegt. Somit ist das Pflegeprozess-Repository in der Lage, in individuellen Pflegesettings eines Patienten aus den einzelnen Prozesseinheiten dann digital eine passende Anamnese, mit dem passenden Pflegeassessment (SeMPA), passenden Pflegediagnosen (SeMPA- Diagnosen) und Pflegemaßnahmen (CarMa – CareIT-Pflegemaßnahmen) zu erstellen. Dies bedeutet nichts weniger, als das nur noch ein Pflegeprozess-Repository für alle pflegerischen Settings benötigt wird und jeweils den digitalen Prozess daran anpasst. Dies reduziert den Dokumentationsaufwand für die Pflegefachleute um zwei Drittel und bietet eine Grundlage für pflegerische Entscheidungen. Obwohl SeMPA erst seit Mitte 2021 in der Version 1.0 fertiggestellt wurde, findet es schon der häuslichen Pflege, Langzeitpflege, Akutpflege und der Intensivpflege eine produktive Anwendung. 

Auszug aus den automatisch aus SeMPA Akut ableitbaren Ergebnissen
Auszug aus den automatisch aus SeMPA Akut ableitbaren Ergebnissen

Das Selbstversorgung-Meta-Pflegeassessment (SeMPA) wird nicht nur für weitere Bereiche, wie z.B. Geriatrie-, Pädiatrie-, Psychiatrie- oder Palliativ- Pflege weiterentwickelt, sondern auch pflegewissenschaftlich durch mehrere Hochschulen beforscht und evaluiert. Auch wenn die Weiterentwicklung und Wartung beim NursIT Institute liegt, können auch andere Systemhersteller das Pflegeprozess-Repository mit SeMPA über moderne Schnittstellentechnologie (HL7 FHIR) in ihre Produkte einbinden und ihren Nutzern zur Verfügung stellen. So kann jede Software einfach um ein modernes, innovatives Meta-Pflege-Assessment erweitert werden.

Hier zeigt sich, wie die kompetente Verbindung von Pflegewissen, Pflegewissenschaft und modernsten Technologien eine signifikante Entlastung und Entbürokratisierung in der Pflege bewirken kann.